Nuuk, Grönland (Foto: Visit Greenland).
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Grönland nimmt dritten ausgebauten Zivilflughafen in Ilulissat in Betrieb

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Grönland hat mit der Eröffnung des neugestalteten Flughafens in Ilulissat das dritte zentrale Infrastrukturprojekt zur Neuordnung seines zivilen Luftverkehrsnetzes abgeschlossen.

Wie die staatliche Betreibergesellschaft Greenland Airports (Kalaallit Airports) mitteilte, verfügt der Standort an der Diskobucht nun über eine auf 2.200 Meter verlängerte Start- und Landebahn. Die Erweiterung ermöglicht erstmals die Direktlandung von größeren Mittel- und Langstreckenflugzeugen in der drittgrößten Stadt der Insel. Das Bauvorhaben wurde zu Teilen von der dänischen Reichsregierung mitfinanziert, unter deren Hoheit das autonome Territorium steht.

Die Inbetriebnahme in Ilulissat bildet den vorläufigen Abschluss einer umfassenden Modernisierung der grönländischen Flughafeninfrastruktur. Nach der Freigabe der neuen Piste in der Hauptstadt Nuuk im November 2024 und der Eröffnung des regionalen Flughafens Qaqortoq im April 2026 verlagert sich das Drehkreuz des internationalen Flugverkehrs schrittweise weg vom bisherigen Militär- und Wüstenflugplatz Kangerlussuaq. Neben der nationalen Fluggesellschaft Air Greenland planen auch internationale Anbieter wie Icelandair, ihr Angebot an Direktverbindungen von und nach Nordamerika sowie Europa auszubauen.

Die Dezentralisierung des Luftverkehrs zielt darauf ab, die regionale Wirtschaft sowie den Tourismusbereich in der von der Unesco als Welterbe eingestuften Eisfjord-Region zu stärken. Die Anbindung über Direktflüge reduziert für Reisende und Frachttransporte die bisher erforderlichen Zwischenstopps und Inlandsüberflüge mit kleinerem Fluggerät. Dennoch verweisen Branchenbeobachter auf verbleibende logistische Engpässe: Die hotel- und verkehrsseitige Infrastruktur vor Ort steht vor der Aufgabe, die durch größere Passagierflugzeuge punktuell ansteigenden Ankunftszahlen kapazitiv und personell abzufangen.

Zudem bringen der Ganzjahresbetrieb sowie die Witterungsverhältnisse an der Westküste Grönlands hohe laufende Betriebskosten für die Abfertigung und Bahnreinigung mit sich. Die künftige Auslastung der neuen Piste hängt maßgeblich davon ab, wie stabil sich die Nachfrage außerhalb der Sommermonate entwickelt und inwieweit internationale Fluggesellschaften ganzjährige Verbindungen wirtschaftlich aufrechterhalten können.

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