Das staatliche Unternehmen Centralny Port Komunikacyjny (CPK) hat die Ausschreibung für die Installation von insgesamt 92 Fluggastbrücken für den geplanten neuen Großflughafen in Polen veröffentlicht.
Das Vorhaben ist Teil des strategischen Investitionsprogramms „Port Poland“, das darauf abzielt, die Transportinfrastruktur in Mitteleuropa grundlegend zu modernisieren. Ursprünglich war der Beginn des Vergabeverfahrens erst für das Jahr 2026 vorgesehen, wurde jedoch aufgrund beschleunigter Projektplanungen vorgezogen. Die Ausschreibung umfasst die Planung, Lieferung, Installation sowie die langfristige Wartung der Anlagen und gilt als eines der umfangreichsten Projekte dieser Art im europäischen Luftfahrtsektor der letzten Jahre.
Das Vergabeverfahren erfolgt über einen wettbewerblichen Dialog, bei dem in einer ersten Phase Teilnahmeanträge eingereicht werden können, bevor fünf ausgewählte Bieter in die Detailverhandlungen gehen. Der Kernauftrag sieht 72 Fluggastbrücken vor, mit einer Option auf weitere 20 Einheiten. Zum Vergleich verfügt der derzeit größte polnische Flughafen in Warschau (Chopin-Flughafen) über lediglich 27 solcher Vorrichtungen. Der Zeitplan sieht vor, den Auftrag bis Dezember 2026 final zu vergeben, sodass die Produktion und Installation im Einklang mit dem Baubeginn des Terminals erfolgen kann, der ebenfalls für 2026 mit Tiefgründungsarbeiten terminiert ist.
Neben den Fluggastbrücken treibt die CPK-Gruppe weitere Großprojekte für die Flughafeninfrastruktur voran. Eine Ausschreibung für die Gepäckförderanlage wurde bereits abgeschlossen, während ein Verfahren für Materialförderanlagen wie Aufzüge, Rolltreppen und Fahrsteige derzeit noch läuft. Die Gesamtinvestition soll Polen als zentralen Logistikknotenpunkt etablieren und das Schienen-, Straßen- und Luftwegnetz effizient verknüpfen. Die Inbetriebnahme des Flughafens ist für Ende 2032 vorgesehen, zeitgleich mit der Eröffnung der ersten Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Warschau und Łódź, die den Flughafen direkt an das nationale Bahnsystem anbinden wird. Zusätzliche Marktanalysen verdeutlichen die wirtschaftliche Dimension des Projekts: Bis 2029 sollen wesentliche Tiefbauarbeiten, inklusive des unterirdischen Bahnhofs und der Tunnelanlagen, abgeschlossen sein. Die Kapazität des neuen Terminals ist so ausgelegt, dass sie den osteuropäischen Markt maßgeblich beeinflussen wird. Durch die Bündelung von Verkehrsströmen erwartet das Management ein erhebliches Interesse internationaler Bau- und Technologieunternehmen. Das Projekt wird als entscheidender Motor für das polnische Wirtschaftswachstum und die regionale Integration in Mittel- und Osteuropa eingestuft, wobei die technologische Ausstattung des Terminals eine zentrale Rolle für die Abfertigungskapazitäten spielen wird.