Die Buchungsplattform Airbnb und der Deutsche Tourismusverband (DTV) haben die Bewerbungsphase für den gemeinsamen Projektwettbewerb „NaturMomente“ abgeschlossen.
Für die mit insgesamt einer Million Euro dotierten Fördermittel gingen bis zum Stichtag 521 gültige Projektanträge aus ganz Deutschland ein. Die Initiative steht unter der Schirmherrschaft von Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer und zielt darauf ab, touristische Angebote in strukturschwächeren, ländlichen Regionen gezielt zu unterstützen.
Ein wesentlicher Schwerpunkt der Einreichungen liegt in den ostdeutschen Bundesländern, aus denen mit 283 Anträgen mehr als die Hälfte aller Bewerbungen stammt. Spitzenreiter bei den Einreichungen sind Sachsen-Anhalt und Niedersachsen mit jeweils 64 Projekten, gefolgt von Sachsen, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Zugelassen waren ausschließlich Vorhaben aus strukturschwachen Gemeinden mit einer Bevölkerungsdichte von unter 150 Einwohnern pro Quadratkilometer sowie einer geringen touristischen Dichte. Die Mittelverteilung erfolgt gestaffelt in Förderbeträgen von 25.000 bis 100.000 Euro je Gewinnerprojekt.
Die Verteilung der Anträge spiegelt die Nachfrageentwicklung im Inlandstourismus wider. Nach Branchenangaben entfielen bei Airbnb im Jahr 2025 fast zwei Drittel der von inländischen Gästen gebuchten Übernachtungen auf Ziele außerhalb der Ballungszentren. Die eingereichten Konzepte verteilen sich auf die Schwerpunkte Kultur und Tradition (161 Bewerbungen), gemeinwohlorientierte Initiativen (144), regionaltypische Angebote (72) sowie naturbezogene Vorhaben (144). Eine Fachjury bewertet die Unterlagen anhand wirtschaftlicher, sozialer und innovativer Kriterien, bevor die Auswahl Ende November 2026 bekannt gegeben wird.
Die hohe Antragszahl verdeutlicht den erheblichen Investitionsbedarf in kleineren Kommunen abseits etablierter Tourismuszentren. Branchenbeobachter verweisen darauf, dass private Plattformförderungen wie das Modell von Airbnb und DTV zwar punktuelle Impulse setzen, grundlegende Infrastrukturdefizite im ländlichen Raum – etwa im öffentlichen Nahverkehr sowie bei der digitalen Anbindung – jedoch primär durch die öffentliche Hand behoben werden müssen.