Die staatliche Fluggesellschaft des Königreichs Bahrain, Gulf Air, plant die Aufnahme von Direktflügen von Manama nach Kuala Lumpur.
Wie der Vorstandsvorsitzende Martin Gauss im Interview mit der Branchenplattform airliners.de bestätigte, soll die malaysische Hauptstadt künftig wieder in das internationale Flugnetz des Anbieters eingegliedert werden. Als Auslöser für die Streckenentscheidung gilt die terminliche Verschiebung des Formel-1-Grand-Prix von Bahrain nach Sepang, bei dem die Fluggesellschaft als Hauptsponsor auftritt. In einem zweiten Schritt soll die Route zu einer Kombinationsverbindung nach Singapur ausgebaut werden.
Durch die Bedienung der Strecke nach Malaysia greift die Fluggesellschaft ein Langstreckenziel auf, das bereits in früheren Jahren bedient, im Zuge von Flottenumstrukturierungen und Konsolidierungsmaßnahmen jedoch temporär eingestellt worden war. Mit der schrittweisen Integration der Boeing 787-9 Dreamliner verfügt der Carrier nun wieder über geeignete Kapazitäten für die Abwicklung von Ultralangstrecken in den asiatischen Raum. Über das Drehkreuz in Manama sollen Passagiere aus Europa und dem Nahen Osten Anschluss an den malaysischen Großraum erhalten.
Branchenbeobachter verweisen auf die intensive Konkurrenzsituation auf den Routen zwischen der Golfregion und Südostasien. Etablierte Netzwerkträger wie Emirates, Qatar Airways oder Etihad Airways bedienen Kuala Lumpur und Singapur bereits mit mehreren täglichen Frequenzen und hoher Sitzplatzkapazität. Für Gulf Air stellt die Verknüpfung von Sport-Sponsoring und Streckennetzplanung daher den Versuch dar, eigene Auslastungsrisiken abzufedern und gezielt Nischen im Punkt-zu-Punkt-Verkehr sowie im Umsteigemarkt zu besetzen.
Kritische Stimmen merken an, dass die Abhängigkeit von einzelnen Großveranstaltungen wie der Formel 1 eine kontinuierliche Ganzjahresauslastung nicht von selbst garantiert. Die Aufrechterhaltung von Kombinationsflügen über zwei südostasiatische Destinationen erfordert zudem komplexe Verkehrsrechte und bedingt längere Umlaufzeiten der Maschinen, was die betriebswirtschaftliche Flexibilität der Flotte einschränkt. Der wirtschaftliche Erfolg der Verbindung wird davon abhängen, wie konkurrenzfähig sich das Preis-Leistungs-Verhältnis gegenüber den größeren Anbietern im Nahen Osten gestalten lässt.