Ein Hacker-Angriff mit Ransomware ist die Ursache für die weitreichenden Störungen bei der Passagierabfertigung an mehreren großen europäischen Flughäfen, die am vergangenen Freitag begannen. Wie die Agentur der Europäischen Union für Cybersicherheit (ENISA) bestätigte, zielte der Angriff auf die Check-in-Systeme des Luftfahrtdienstleisters Collins Aerospace. Flughäfen wie London Heathrow, Brüssel und Berlin Brandenburg (BER) waren betroffen, was zu erheblichen Verzögerungen und Flugausfällen führte.
Der Angriff zwang die Fluggesellschaften zur Umstellung auf manuelle Abfertigungsprozesse. An den Schaltern wurden Laptops und iPads eingesetzt, um Fluggäste zu registrieren und das Gepäck zu verladen. Dies führte an den betroffenen Flughäfen zu chaotischen Zuständen. Am Flughafen Brüssel mußten am Montag 60 von 550 geplanten Flügen gestrichen werden, während in Berlin weiterhin lange Wartezeiten bei den Abflügen verzeichnet wurden.
Nach Angaben der ENISA wurden die Untersuchungen zur Ransomware-Variante und zu ihrer Herkunft von den Strafverfolgungsbehörden eingeleitet. Experten weisen darauf hin, daß Angriffe mit Ransomware auf Infrastrukturen wie Flughäfen immer häufiger vorkommen. Allerdings seien Großvorfälle, die sich unmittelbar auf den physischen Betrieb auswirken, noch immer selten. Die Kosten für solche Angriffe steigen: Allein in Deutschland wurden die durch Ransomware verursachten Schäden nach Angaben des Branchenverbands Bitkom im Jahr 2025 auf eine Rekordsumme von 202 Milliarden Euro geschätzt.
Der Vorfall unterstreicht die wachsende Bedrohung durch Cyberkriminalität für den europäischen Luftverkehrssektor und zeigt die Notwendigkeit robusterer IT-Sicherheitssysteme auf. Auch wenn Collins Aerospace erklärte, daß die Störungen fast behoben seien, zeigt der Angriff, wie anfällig die komplexen IT-Strukturen an Flughäfen sind.