Boeing 777 (Foto: Lukas von Daeniken).
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Halbjahresergebnis und Tarifstreit: Pilotengewerkschaft mahnt Reformen bei der Airline Swiss an

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Die Schweizer Fluggesellschaft Swiss hat für das erste Halbjahr ein operatives Ergebnis von über 189 Millionen Schweizer Franken erzielt. Damit erwirtschaftete die Tochtergesellschaft als einziger Passagierbeförderer innerhalb der Lufthansa-Gruppe einen Gewinn in diesem Zeitraum.

Der Pilotenverband Aeropers begrüßte das finanzielle Ergebnis, nutzte die Veröffentlichung der Kennzahlen jedoch zugleich für deutliche Kritik an den bestehenden Arbeitsbedingungen und den operativen Engpässen der Fluggesellschaft. Die Gewerkschaft sieht in den aktuell laufenden Verhandlungen zum Gesamtarbeitsvertrag (GAV) eine Notwendigkeit, strukturelle Probleme im Flugbetrieb anzugehen.

Ein zentraler Kritikpunkt von Aeropers betrifft die Personalsituation im Cockpit. Laut Gewerkschaftsangaben führt der anhaltende Personalmangel zu einer hohen Arbeitsbelastung für die Besatzungen und schränkt die Planbarkeit der Dienstzeiten ein. Um den Flugplan aufrechtzuerhalten, greift die Airline in erheblichem Umfang auf sogenannte Wet-Lease-Vereinbarungen zurück, bei denen Flugzeuge samt Besatzung von Drittanbietern wie Air Baltic gemietet werden. Nach Einschätzung der Arbeitnehmervertreter entstehen dem Unternehmen durch diese Fremdleistungen sowie durch flugplanbedingte Streichungen vermeidbare Mehrkosten.

Die Feststellung des Gewerkschaftsvorstands Thomas Steffen erfolgt vor dem Hintergrund paralleler Herausforderungen im gesamten Lufthansa-Konzern. Während die Muttergesellschaft und andere Tochtergesellschaften mit hohen Betriebskosten und Triebwerksproblemen kämpfen, liefert die Swiss verlässlich positive Erträge ab. Dennoch verweist Aeropers auf den Verhandlungsabschluss bei der Schwestergesellschaft Edelweiss im Rahmen des GAV 2024 als mögliches Modell. Dort sei es gelungen, wettbewerbsfähige Arbeitsbedingungen zu vereinbaren, die zur Stabilisierung der personellen Kapazitäten beigetragen haben.

Branchenbeobachter weisen darauf hin, dass das Swiss-Management bei den Tarifverhandlungen vor einem Abwägungsprozess steht. Zwar benötigt die Fluggesellschaft attraktive Konditionen zur Personalgewinnung, um die Abhängigkeit von externen Wet-Lease-Partnern zu reduzieren, gleichzeitig fordert die Konzernführung der Lufthansa eine strikte Disziplin bei den Sach- und Personalkosten. Der Ausgang der GAV-Verhandlungen wird daher maßgeblich bestimmen, ob die Airline ihre operative Stabilität ohne zusätzliche Kostensteigerungen sichern kann.

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