Der Flughafen Hamburg hat mit einem symbolischen Spatenstich den offiziellen Startschuss für die umfassende Modernisierung seiner Gepäckförderanlage gegeben. Wirtschaftssenatorin Dr. Melanie Leonhard und der Flughafenchef Christian Kunsch leiteten damit ein Infrastrukturprojekt ein, das mit einem Investitionsvolumen von über 90 Millionen Euro zu den bedeutendsten Maßnahmen am Standort zählt.
Da Teile der bestehenden Technik in Terminal 1 bereits seit 2005 im Einsatz sind, ist eine Erneuerung nach rund zwei Jahrzehnten unumgänglich, um die Betriebssicherheit und Effizienz bei der Abfertigung von täglich bis zu 30.000 Gepäckstücken langfristig zu sichern. Das Projekt umfasst den Bau einer neuen, 2.800 Quadratmeter großen Sortierhalle sowie die vollständige Automatisierung der Förderwege.
Die bauliche Umsetzung erfolgt in mehreren Phasen, wobei die Inbetriebnahme der neuen Sortierhalle für Mai 2027 geplant ist. Um den Flugbetrieb nicht zu beeinträchtigen, werden die Arbeiten schrittweise und im laufenden Betrieb durchgeführt. Ab November 2026 startet die technische Erneuerung im Bestand, die voraussichtlich bis Mai 2029 abgeschlossen sein wird. Während dieser Zeit fungiert die neue Halle als Ausweichkapazität, unterstützt durch das bereits vor fünf Jahren modernisierte System in Terminal 2. Durch die Optimierung der rund 3,5 Kilometer langen Förderstrecke und die Schaffung zusätzlicher Speicherplätze für Vorabend-Check-ins soll die Durchlaufgeschwindigkeit der Koffer signifikant erhöht werden.
Zusätzliche Recherchen verdeutlichen, dass dieser Ausbau Teil einer größeren Strategie zur Steigerung der Terminalkapazitäten am ältesten Flughafen Deutschlands ist. Im Vergleich zu anderen deutschen Großflughäfen wie Frankfurt oder München setzt Hamburg verstärkt auf eine hochgradige Automatisierung der Gepäcklogistik, um Personalengpässe in Spitzenzeiten abzufedern. Branchenexperten weisen darauf hin, dass moderne Sortiersysteme die Fehlerquote bei der Kofferleitung drastisch senken, was wiederum die Pünktlichkeitsrate der Airlines verbessert. Die Investition stärkt somit die Attraktivität des Standorts für Fluggesellschaften und sichert die Rolle des Hamburg Airport als wichtigster Luftverkehrsknotenpunkt für Norddeutschland.
Wirtschaftlich gesehen ist das Projekt eine direkte Reaktion auf die steigenden Passagierzahlen und die gestiegenen Anforderungen an die Abfertigungsgeschwindigkeit. Mit der neuen Technik wird der Flughafen in der Lage sein, Lastspitzen während der Ferienzeiten zuverlässiger zu bewältigen. Die Automatisierung umfasst auch verbesserte Kontrollmechanismen, die den aktuellen internationalen Sicherheitsvorgaben für die Gepäckprüfung entsprechen. Durch die räumliche Erweiterung und die modernisierten Funktionsabläufe wird die Infrastruktur des Flughafens für die kommenden Jahrzehnte belastbar gemacht, um die logistische Leistungsfähigkeit der gesamten Metropolregion sicherzustellen.