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Handelsspannungen zwischen den USA und Kanada beeinträchtigen Luftverkehr

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Die jüngsten Handelskonflikte zwischen den Vereinigten Staaten und Kanada zeigen deutliche Auswirkungen auf die Luftfahrtbranche und das Konsumverhalten der Kanadier. United Airlines verzeichnet erhebliche Buchungsrückgänge von Regierungsstellen und einen merklichen Rückgang des Passagieraufkommens auf Strecken zwischen den USA und Kanada. Zeitgleich reagieren kanadische Verbraucher mit Boykotten gegenüber US-Produkten und stornieren Reisen in die Vereinigten Staaten.

United Airlines, eine der größten Fluggesellschaften der USA, sieht sich mit einem signifikanten Rückgang von Buchungen durch US-Bundesbehörden konfrontiert. Laut interner Mitteilungen des Unternehmens machen staatliche Stellen etwa zwei Prozent des gesamten Geschäftsvolumens aus, während weitere zwei bis drei Prozent indirekt auf Regierungsaufträge zurückzuführen sind. Aktuell verzeichnet United einen Rückgang von etwa 50 Prozent in diesem Segment.

Neben den ausbleibenden Regierungsbuchungen beobachtet United Airlines auch einen deutlichen Rückgang des Passagieraufkommens auf Strecken zwischen Kanada und den USA. Dieser Trend betrifft insbesondere touristische Verbindungen. Kanadische Fluggesellschaften wie Air Canada und WestJet berichten ebenfalls von rückläufigen Buchungen und haben bereits Anpassungen in ihrem Flugplan vorgenommen. Air Canada kündigte beispielsweise an, ab März die Flüge nach Florida, Las Vegas und Arizona um zehn Prozent zu reduzieren.

Kanadische Verbraucher boykottieren US-Produkte

Die Handelskonflikte haben nicht nur Auswirkungen auf den Luftverkehr, sondern beeinflussen auch das Konsumverhalten der kanadischen Bevölkerung. Viele Kanadier reagieren auf die von US-Präsident Donald Trump verhängten Zölle auf kanadische Importe mit einem Boykott von US-Produkten. Supermärkte in verschiedenen Provinzen haben US-Waren aus ihren Regalen entfernt, und das Liquor Control Board of Ontario (LCBO), einer der größten Alkoholhändler weltweit, zog alle in den USA hergestellten alkoholischen Getränke zurück.

Stornierungen von USA-Reisen

Das veränderte Konsumverhalten zeigt sich auch im Reiseverhalten der Kanadier. Reiseagenturen und Fluggesellschaften verzeichnen einen starken Einbruch der Buchungen in die USA. Die Reiseagentur Flight Centre gab an, dass die Urlaubsbuchungen für US-Städte im Februar im Vergleich zum Vorjahr um 40 Prozent zurückgegangen sind. Zudem wurde berichtet, dass jeder fünfte Kunde Reisen in die USA in den letzten drei Monaten storniert hat.

Anpassungsmaßnahmen bei United Airlines

Als Reaktion auf die veränderte Nachfrage hat United Airlines beschlossen, 21 ältere Flugzeuge vorzeitig stillzulegen und den Flugplan entsprechend anzupassen. Unter anderem sollen Nachtflüge auf bestimmten Strecken gestrichen werden. Trotz dieser Herausforderungen bleibt die Nachfrage nach Premiumtickets auf der Langstrecke stabil, was sich positiv auf die Bilanz des Unternehmens auswirkt.

Die veränderten Marktbedingungen betreffen nicht nur United Airlines. Delta Air Lines, ein weiterer großer US-Carrier, sah sich kürzlich gezwungen, eine Gewinnwarnung auszusprechen. Das Unternehmen kämpft mit reduzierten Reisebudgets, da sowohl Privatkunden als auch Firmen zögerlicher bei der Buchung von Flügen sind.

Lufthansa beobachtet Marktverschiebungen

Auch europäische Fluggesellschaften wie die Lufthansa beobachten die Entwicklungen aufmerksam. Lufthansa-Chef Carsten Spohr rechnet für 2025 zwar mit einem neuen „Rekordsommer auf dem Nordatlantik“ für seinen Konzern, stellt jedoch fest, dass sich Flugbuchungen zunehmend zu US-Kunden verlagern. Ein mögliches Strafzoll-Chaos im Welthandel könnte auch die Lufthansa in Atem halten, da Zölle sowohl für Flugzeuge als auch für Ersatzteile wie Triebwerke ein Thema sind.

Wirtschaftliche Unsicherheit in Kanada

Die Handelskonflikte führen in Kanada zu wirtschaftlicher Unsicherheit. Einige Unternehmen haben bereits Einstellungsprogramme und Investitionen gestoppt. Unternehmen, die auch in den USA tätig sind, verzeichnen mitunter starke Umsatzrückgänge. Ein Ausgleich durch vermehrte Exporte in andere Teile der Welt gestaltet sich schwierig. Daniel Tisch von der Handelskammer Ontario betont die Notwendigkeit, die kanadische Wirtschaft wettbewerbsfähiger und produktiver zu machen, um den aktuellen Herausforderungen zu begegnen.

Die aktuellen Handelskonflikte zwischen den USA und Kanada haben weitreichende Auswirkungen auf die Luftfahrtbranche und das Konsumverhalten der Bevölkerung. Fluggesellschaften passen ihre Kapazitäten an die veränderte Nachfrage an, während kanadische Verbraucher mit Boykotten und geänderten Reiseplänen reagieren. Die wirtschaftliche Unsicherheit erfordert von Unternehmen und Politik gleichermaßen Anpassungsstrategien, um den Herausforderungen der aktuellen Situation gerecht zu werden.

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