Ein geplanter Urlaubsflug nach Mexiko endete für ein brasilianisches Paar am Sonntag in Handschellen. Am Miami International Airport kam es zu einem hitzigen Streit, als die beiden Reisenden versuchten, sich Zugang zu einem bereits geschlossenen Flugsteig zu verschaffen. Die Situation eskalierte, als sie sich mit Flughafenmitarbeitern anlegten und schließlich von der Polizei festgenommen wurden.
Der Vorfall ereignete sich am Gate eines American Airlines-Fluges mit der Nummer 2494, der planmäßig von Miami nach Cancún fliegen sollte. Die beiden brasilianischen Staatsbürger Beatriz Rapoport de Campos Maia (29) und ihr Verlobter Rafael Seirafe-Novaes (41) waren offenbar zu spät am Gate eingetroffen, doch anstatt ihren verpassten Flug hinzunehmen, versuchten sie, sich gewaltsam Zutritt zum Flugsteig zu verschaffen.
Laut Angaben der Flughafenpolizei ignorierte das Paar mehrfach „Kein Zutritt“-Schilder und geriet in einen handgreiflichen Konflikt mit Mitarbeitern der Airline. Während des Tumults wurde nach übereinstimmenden Berichten ein Becher Kaffee verschüttet, der einen Angestellten traf. American Airlines betonte in einer Stellungnahme, dass „gewalttätiges Verhalten nicht toleriert werde“ und die Fluggesellschaft eng mit den Ermittlungsbehörden zusammenarbeite.
Eingreifen der Polizei und Festnahmen
Da das Paar sich weigerte, die Aufforderungen des Flughafenpersonals zu befolgen, wurde die Flughafenpolizei alarmiert. Augenzeugen berichteten von einem lauten Wortgefecht, bevor Seirafe-Novaes von mehreren Beamten zu Boden gebracht und festgenommen wurde. Kurz darauf wurde auch Rapoport de Campos Maia in Gewahrsam genommen.
Ein von Passanten aufgenommenes Handyvideo zeigt, wie die Beamten den Mann zu Boden drücken, während er sich offenbar zur Wehr setzt. Seine Partnerin wurde derweil von einem Polizisten festgehalten und zum Sitzen aufgefordert.
Seirafe-Novaes wurde neben Hausfriedensbruch auch wegen Widerstandes gegen die Festnahme angeklagt, während Rapoport de Campos Maia sich wegen Körperverletzung und Hausfriedensbruchs verantworten muss.
Das Paar verteidigt sich: „Ein Missverständnis“
Nach ihrer Freilassung auf Kaution äußerten sich die beiden zu dem Vorfall und wiesen die Vorwürfe zurück. In einem Interview mit einem lokalen Nachrichtensender erklärte Rapoport de Campos Maia, der verschüttete Kaffee sei lediglich ein Unfall gewesen: „Niemand hat mit Absicht Kaffee geworfen. Die Behauptung, dass ich jemanden damit beworfen hätte, ist eine Lüge. Der Kaffee ist einfach auf den Boden gefallen.“
Das Paar argumentierte außerdem, dass sie nach zwei anstrengenden Anschlussflügen völlig erschöpft gewesen seien und lediglich ihre Reise nach Cancún fortsetzen wollten. „Wir waren verzweifelt, weil es unser Verlobungsurlaub war. Alles wurde übertrieben dargestellt“, sagte Seirafe-Novaes.
Die Polizei wies die Vorwürfe übermäßiger Gewaltanwendung zurück. In der Anzeige wurde jedoch vermerkt, dass Seirafe-Novaes „aktiven Widerstand“ gegen die Festnahme geleistet habe.
Reaktionen am Flughafen und Auswirkungen
Der Vorfall sorgte unter anderen Reisenden für Unverständnis. Eine Passagierin, die das Geschehen beobachtete, äußerte sich kritisch: „Das zeigt, dass manche Menschen einfach keinen Respekt mehr vor anderen haben. Selbst wenn der Kaffee nicht heiß war – man wirft so etwas einfach nicht auf jemanden.“
Trotz der Verzögerung von 39 Minuten hob der Flug AA 2494 schließlich um 09:40 Uhr Ortszeit von Miami ab und landete um 11:12 Uhr in Cancún.
Juristische Folgen für das Paar
Noch ist unklar, welche Konsequenzen die beiden erwarten. Hausfriedensbruch und Körperverletzung sind in den USA ernstzunehmende Delikte, die zu Geld- oder sogar Haftstrafen führen können. Die weiteren Ermittlungen werden zeigen, ob es zu einer Anklage oder einer außergerichtlichen Einigung kommt.
Der Fall unterstreicht einmal mehr die zunehmende Zahl von Vorfällen mit aggressivem Verhalten an Flughäfen. Airlines und Sicherheitsbehörden stehen zunehmend vor der Herausforderung, mit ungeduldigen und teils gewalttätigen Passagieren umzugehen, die sich nicht an die Regeln halten.