Airbus A330-200 (Foto: Charles).
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Hawaiian: Gesundheitliche Beschwerden des Kabinenpersonals nach Geruchsentwicklung an Bord

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Auf einem Flug der US-amerikanischen Fluggesellschaft Hawaiian Airlines von Los Angeles nach Honolulu ist es am 24. September 2026 zu einem Zwischenfall durch eine unklare Geruchsentwicklung in der Flugzeugkabine gekommen.

Nach dem Auftreten des Geruchs klagten sieben Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter über Symptome wie Übelkeit und Kopfschmerzen. Nach der regulären Landung auf dem internationalen Flughafen von Honolulu wurden die betroffenen Besatzungsmitglieder von medizinischem Notfallpersonal untersucht und versorgt. Das betroffene Großraumflugzeug vom Typ Airbus A330-200 wurde nach einer technischen Überprüfung durch die Wartungsteams bereits knapp elf Stunden nach dem Vorfall wieder im regulären Passagierdienst eingesetzt. Der Vorfall reiht sich in eine Serie ähnlicher Ereignisse bei diesem spezifischen Flugzeug ein und rückt das Phänomen der sogenannten Fume Events in der zivilen Luftfahrt erneut in das Blickfeld von Branchenexperten.

Verlauf des Fluges AS803 und Auswirkung auf die Besatzung

Der Vorfall ereignete sich an Bord von Flug AS803, der von Hawaiian Airlines für die Muttergesellschaft Alaska Airlines durchgeführt wurde. Die Maschine hob am 24. September 2026 um 10:12 Uhr Ortszeit vom Los Angeles International Airport ab. An Bord des knapp sechsstündigen Fluges über den Pazifik befanden sich 252 Passagiere und eine neunsköpfige Besatzung. Im Verlauf des Reisefluges bemerkte die Crew einen unüblichen Geruch in der Kabine, der in der Folge bei sieben Kabinenmitgliedern zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führte.

Trotz der auftretenden Symptome beim Personal entschieden die Piloten, den Flug zum Zielort fortzusetzen. Die Maschine landete um 12:57 Uhr Ortszeit sicher auf dem Daniel K. Inouye International Airport in Honolulu. Unmittelbar nach der Landung übernahm der medizinische Rettungsdienst die Erstversorgung der betroffenen Flugbegleiter, die nach einer ambulanten Untersuchung wieder entlassen werden konnten. Nach Angaben der Fluggesellschaft forderten keine Passagiere medizinische Hilfe an, wenngleich örtliche Rettungsdienste berichteten, dass auch einzelne Fluggäste über Unwohlsein geklagt hatten. Eine offizielle Ursache für die Geruchsentwicklung wurde von der Airline zunächst nicht bekannt gegeben.

Rasche Wiederinbetriebnahme und Vorgeschichte der betroffenen Maschine

Die von dem Vorfall betroffene Maschine mit dem Luftfahrzeugkennzeichen N375HA ist ein elf Jahre alter Airbus A330-200, der im Januar 2015 an Hawaiian Airlines ausgeliefert wurde und mit Triebwerken des Typs Rolls-Royce Trent 772B ausgestattet ist. Nach dem Eintreffen in Honolulu verblieb das Flugzeug für etwa zehnieinhalb Stunden am Boden. Um 23:34 Uhr Ortszeit hob die Maschine bereits wieder als Flug AS808 in Richtung Las Vegas ab. In den darauffolgenden Tagen absolvierte das Flugzeug weitere Linienflüge nach Tokyo-Haneda und San Francisco, was darauf hindeutet, dass die technischen Überprüfungen der Airline keine unmittelbaren Befunde ergaben.

Recherchen in den Wartungs- und Vorfallsdatenbanken zeigen jedoch, dass die Maschine N375HA bereits mehrfach von Geruchsereignissen betroffen war. Am 23. Juni 2025 musste die Besatzung auf dem Flug HA864 von Tokio nach Honolulu kurz nach dem Start wegen eines stechenden Geruchs im Cockpit eine Luftnotlage erklären und nach Tokio zurückkehren. Bereits im Jahr 2023 war es an Bord desselben Flugzeugs zu einem Vorfall gekommen, bei dem Wartungstechniker im Anschluss einen beschädigten Belüftungskanal austauschten. Zudem ereignete sich nur wenige Tage vor dem aktuellen Fall bei Hawaiian Airlines ein ähnlicher Zwischenfall auf einem Flug von Delta Air Lines nahe Honolulu, bei dem die Piloten Sauerstoffmasken anlegen mussten und Passagiere nach der Landung im Krankenhaus behandelt wurden.

Hintergründe zu Zapfluftsystemen und gesundheitlichen Risiken

Das Phänomen von Geruchs- und Rauchereignissen, in der Luftfahrtbranche als Fume Events bezeichnet, steht seit Jahren in der Diskussion von Luftfahrtexperten, Berufsverbänden und Arbeitsmedizinern. Bei den meisten modernen Verkehrsflugzeugen wird die Atemluft für die Passagierkabine und das Cockpit als sogenannte Zapfluft (Bleed Air) direkt aus den Verdichterstufen der Jet-Triebwerke abgezweigt und ungefiltert in das Belüftungssystem geleitet.

Wenn mechanische Dichtungen an den Triebwerkslagern oder Hydraulikleitungen verschleißen oder beschädigt werden, können geringe Mengen an Triebwerksöl, Hydraulikflüssigkeit oder Enteisungsmitteln in den heißen Luftstrom gelangen. Durch die hohen Temperaturen im Verdichter können diese Substanzen pyrolysieren und chemische Verbindungen wie Organophosphate oder flüchtige organische Stoffe freisetzen. Die Exposition gegenüber diesen Dämpfen kann bei Besatzungsmitgliedern und Passagieren kurzfristig zu neurologischen Symptomen, Atembeschwerden, Kopfschmerzen und Übelkeit führen. Da das Kabinenpersonal während des Fluges körperlich aktiv ist, nimmt es das Volumen an Atemluft schneller auf, was das gehäufte Auftreten von Symptomen bei Flugbegleitern im Vergleich zu sitzenden Passagieren erklären kann.

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