Am Hector International Airport im US-Bundesstaat North Dakota ist eine fünfmonatige Testphase zur Integration unbemannter Luftfahrtsysteme (UAS) in den regulären zivilen Flugbetrieb zu Ende gegangen.
Über den Sommer hinweg nutzten drei verschiedene Betreiber von ferngesteuerten Flugzeugen des Typs MQ-9 Reaper – das 119. Geschwader der North Dakota Air National Guard, der Hersteller General Atomics Aeronautical Systems sowie die US-Grenzschutzbehörde CBP Air and Marine Operations – den kontrollierten Luftraum der Klasse D gemeinsam mit dem kommerziellen Linien- und der allgemeinen Luftfahrt. Die Beteiligten stufen den parallelen Start- und Landebetrieb an einem zivilen Verkehrsflughafen als Testlauf für die künftige zivile und militärische Luftraumorganisation ein.
Während der mehrmonatigen Versuchsphase führten die Luftfahrzeuge von General Atomics Erprobungs- und Schulungsflüge durch, während die Grenzschutzbehörde Aufklärungseinsätze über dem Grenzgebiet absolvierte. Der Flughafenbetreiber sowie die Vertretung der Air National Guard betonten, dass die Abwicklung der unbemannten Einsätze über das örtliche Fargo Jet Center ohne Einschränkungen oder Verzögerungen des regulären Passagierflugverkehrs der ansässigen Fluggesellschaften wie Delta, United oder American Airlines erfolgte. Nach Abschluss der Versuchsreihe verlegten General Atomics und die Behörde CBP ihre Flugoperationen am 18. September wieder zurück auf den nahegelegenen GrandSKY UAS Business Park und die Grand Forks Air Force Base.
Der Bundesstaat North Dakota fungiert im Auftrag der US-Luftfahrtbehörde Federal Aviation Administration (FAA) seit Jahren als eines der zentralen Testzentren für die Integration unbemannter Systeme in den nationalen Luftraum (National Airspace System). Durch Testgelände wie GrandSKY und erweiterte Radarüberwachungssysteme erproben Behörden und Industrie, wie unbemannte Großflugzeuge sicher in den dichten zivilen Mischverkehr eingefügt werden können. Die FAA arbeitet an regulativen Standards für den automatisierten und ferngesteuerten Flugbetrieb, um Sicherheitsrisiken, wie etwa Systemausfälle oder Konflikte bei Ausweichmanövern, systematisch zu reduzieren.
Luftfahrtexperten verweisen darauf, dass die gemeinsame Nutzung ziviler Flughafeninfrastrukturen durch unbemannte Großdrohnen und den zivilen Passagierverkehr technische und organisatorische Herausforderungen birgt. Die flächendeckende Einführung erfordert erhebliche Investitionen in Bodenradar, redundante Datenlinks und automatisierte Kollisionswarnsysteme am Tower. Die Erfahrungen aus Fargo liefern der Zivilluftfahrtbehörde wichtige Betriebsdaten für künftige Zulassungsverfahren und Betriebsordnungen an gemischt genutzten Flughäfen.