Der Plan der ungarischen Billigfluggesellschaft Wizz Air, eine operative Basis am Flughafen Tel Aviv-Ben Gurion zu errichten, stößt auf vehementen Widerstand der drei großen israelischen Fluggesellschaften El Al, Israir und Arkia Airlines. Diese sehen in dem Vorhaben eine direkte Bedrohung ihrer Marktstellung und warnen vor einem ruinösen Preiskampf. Die Eröffnung der Basis ist für April 2026 geplant und würde zunächst die Stationierung von drei Flugzeugen umfassen.
Das Vorhaben, das vom israelischen Verkehrsministerium unterstützt wird, zielt darauf ab, den Wettbewerb im Luftverkehrssektor zu beleben und die in Israel als zu hoch empfundenen Flugpreise zu senken. Wizz Air argumentiert, dass die Basis über 200 wöchentliche Flüge zu europäischen Zielen ermöglichen und somit den Konsumenten zugutekommen würde. Die lokalen Anbieter wehren sich jedoch mit Nachdruck. Sie befürchten nicht nur erhebliche finanzielle Einbußen und eine Destabilisierung des Marktes, sondern führen auch Sicherheitsbedenken ins Feld. El Al warnte unter anderem davor, dass die Zulassung einer ausländischen Basis die nationale Widerstandsfähigkeit in Krisenzeiten gefährden und einen gefährlichen Präzedenzfall für andere ausländische Gesellschaften schaffen könnte.
Die Kontroverse wird im israelischen Parlament kontrovers diskutiert. Die Bedenken der israelischen Fluglinien sind vor dem Hintergrund gestiegener Ticketpreise seit Beginn des Gaza-Krieges im Oktober 2023 zu sehen. Da zahlreiche internationale Fluggesellschaften ihre Verbindungen nach Israel eingestellt oder ausgesetzt haben, stieg die Abhängigkeit von heimischen Anbietern stark an. Dies führte zu einer massiven Steigerung der Gewinne bei Gesellschaften wie El Al, die im Jahr 2024 Rekordergebnisse meldete und mit Sammelklagen wegen angeblich überhöhter Flugpreise konfrontiert ist. Kritiker werfen den israelischen Carriern vor, ihre Monopolstellung in der Ausnahmesituation auszunutzen, was die Befürworter der Wizz Air-Basis als Bestätigung für die Notwendigkeit stärkeren Wettbewerbs sehen. Die Pläne von Wizz Air, die die Stationierung von bis zu 30 täglichen Flügen von Tel Aviv nach Europa ermöglichen würden, kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die Fluggesellschaft auch ihre Flottenstrategie neu ordnet. Im Zuge der Schließung ihrer in Abu Dhabi ansässigen Tochtergesellschaft werden Flugzeuge und Personal an andere Basen in Europa und potenziell auch in Tel Aviv verteilt. Die Entscheidung über die Einrichtung der Wizz Air-Basis, die letztlich auch von der israelischen Zivilluftfahrtbehörde geprüft werden muss, wird eine entscheidende Weichenstellung für die Zukunft des israelischen Luftverkehrsmarktes und die Ticketpreise für Reisende darstellen.