Der Tourismussektor in der Region Millstätter See, Bad Kleinkirchheim und Nockberge setzt verstärkt auf eine Verlängerung der Saison in den Herbst hinein.
Die sogenannte Herbstoffensive, unterstützt durch Mittel des Landes Kärnten, zielt darauf ab, die Zeit nach dem klassischen Sommergeschäft durch spezifische Angebote und verlängerte Betriebszeiten attraktiv zu gestalten. Diese strategische Ausrichtung spiegelt einen breiteren Trend im Kärntner Tourismus wider, wo die Belebung der Nebensaison als ein entscheidender Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit und Wertschöpfung gilt.
Öffnungshilfen und verlängerter Betrieb
Kernstück der regionalen Strategie ist die finanzielle Unterstützung für Tourismusbetriebe, die ihre Öffnungszeiten über den traditionellen Saisonabschluss hinaus ausdehnen. Das Land Kärnten fördert diese Bemühungen im Rahmen seiner Herbstoffensive mit einem Betrag von rund 86.000 Euro für die Region Millstätter See – Bad Kleinkirchheim – Nockberge. Diese Mittel sind explizit dafür vorgesehen, neue Angebote zu schaffen und bestehende zu erweitern, um die Region auch im farbenprächtigen Herbst als attraktives Ziel zu positionieren.
Ein direktes Ergebnis dieser Förderung ist die Verlängerung der Saison bei den Bergbahnen in St. Oswald und auf der Turracher Höhe, die nun bis zum 2. November in Betrieb bleiben. Ebenso halten mehr als 30 Almhütten in der Region länger geöffnet und empfangen Gäste bis in den November hinein. Diese Infrastrukturmaßnahmen sind entscheidend, um Wanderern und Erholungssuchenden den Zugang zur Bergwelt der Nockberge auch in den milden Herbstwochen zu ermöglichen, in denen die Lärchenwälder ihr charakteristisches „Lärchengold“ zeigen. Geschäftsführer Stefan Brandlehner der Tourismusmanagement GmbH betont, dass die Förderung es den Hüttenwirten erlaubt, in innovative Formate zu investieren, was die Attraktivität der Berggastronomie in der Nachsaison erhöht.
Touristische Strategie im Kontext des Kärntner Tourismus
Die Herbstoffensive der Region ist Teil einer umfassenderen, landesweiten Strategie in Kärnten, die darauf abzielt, sich zu einer Ganzjahresdestination zu entwickeln. Offizielle Tourismuszahlen aus Kärnten belegen die Notwendigkeit und den Erfolg solcher Initiativen. Obwohl das Sommerhalbjahr in den letzten Jahren, beeinflusst durch Herausforderungen wie die Teuerung und mitunter ungünstige Wetterlagen, Schwankungen bei den Nächtigungszahlen zeigte, konnte die Herbstoffensive in der Vergangenheit bereits positive Effekte erzielen. So zeigte der Tourismus im Oktober in Kärnten teils ein leichtes Plus an Übernachtungen, was die Bedeutung der Investitionen in die Nachsaison unterstreicht. Das Land Kärnten und die Kärnten Werbung investierten seit 2020 bereits Millionenbeträge in die Bewerbung und Belebung der Nachsaison, um das Nachfragepotential in den Monaten September und Oktober gezielter anzusprechen.
Experten sehen die Stärkung der Nebensaison als essenziell an, um die touristische Wertschöpfung zu steigern und langfristig Arbeitsplätze in der Branche zu sichern. Die Region Millstätter See – Bad Kleinkirchheim – Nockberge, die 2020 aus der Fusion dreier regionaler Tourismusorganisationen hervorgegangen ist, setzt mit der gebündelten Kraft der nun vergrößerten Management-Gesellschaft auf eine konsequente Spezialisierung und die Schaffung unverwechselbarer Erlebnisse.
Neue „Zeitplätze“ für bewusste Einkehr
Ein besonderer Fokus liegt auf der Erweiterung des Konzepts der sogenannten „Zeitplätze“ – installierte Orte zum Innehalten und bewussten Erleben der Landschaft. Auf der Heidi Alm am Falkert wird eine neue Panoramaschaukel errichtet, die bis Mitte Oktober fertiggestellt sein soll. Diese Schaukel ist die erste ihrer Art in diesem Konzept und ergänzt eine bereits auf der AlexanderAlm erfolgreich etablierte Installation, die sich als beliebtes Fotomotiv und Aussichtspunkt erwiesen hat.
Ergänzt werden diese Attraktionen durch vier neue „Zeitbänke“ an ausgewählten Orten, darunter in Dellach/Millstatt, im Barbara-Egger-Park in Millstatt, am Grünsee auf der Turrach und in Döbriach am Millstätter See. Die aus Lärchenholz und Sandstein gefertigten Bänke sollen Einheimische wie Gäste gleichermaßen zum Verweilen einladen. Dieses Projekt wird als Erfolg bewertet und trägt zur touristischen Profilierung der Region bei, indem es gezielte Anlaufpunkte für Erholung und Naturgenuss schafft.
Kulinarik und Kultur als Publikumsmagneten
Auch das Veranstaltungsangebot wird in der Nachsaison gezielt ausgebaut, wobei der Schwerpunkt auf der Verbindung von Kulinarik, regionalen Produkten und Unterhaltung liegt. Neben den bereits etablierten „Kulinarischen Nächten“, bei denen vierzehn Küchenteams regionale Themenmenüs servieren, wird ein neues Format eingeführt: „Genusszeit & Satire“.
Dieses innovative Konzept verbindet ein Vier-Gänge-Menü mit regionalen Aromen mit einer Darbietung des Kabarettisten Christian Hölbling und des Musikers Heimo Trixner. Die Kombination aus feinsinniger Satire und gehobener Küche wird an drei Terminen im Oktober und November an verschiedenen Orten der Region, darunter in Döbriach, am Millstätter See (als Floating Brunch auf dem KAP 4613) und am Maltschacher Seewirt, angeboten.
Weitere Events runden das Herbstprogramm ab: Der Franz Klammer Wandertag in Bad Kleinkirchheim am 18. Oktober, bei dem der ehemalige Skirennläufer eine traditionelle Wanderung anführt, ist ein traditioneller Publikumsmagnet. Am 26. Oktober widmet sich Bad Kleinkirchheim dem „Kulinarischen Herbstreigen“, der lokale Produzenten in den Fokus rückt, die Weine, Honig, Bier und Käsespezialitäten präsentieren. Darüber hinaus werden exklusive Tafelrunden in der Glaskuppel am Fuße des Goldecks angeboten. Ein „Alm-Sushi-Kurs“ auf einer Hütte ist ein weiteres Beispiel für die kreative Ausrichtung des Angebots in der Nachsaison.
Diese Veranstaltungen, oft bequem über den „Zeitpass“, eine kostenlose Regions-App, buchbar, sind zentrale Pfeiler in der Bemühung, die touristische Nachfrage auch abseits der Hauptsaison zu stabilisieren und die Attraktivität des Urlaubsraumes Millstätter See – Bad Kleinkirchheim – Nockberge zu erhöhen. Die konsequente Verlängerung der Betriebsdauer wichtiger Infrastrukturen und die thematische Erweiterung des Angebots sind klare Signale für die strategische Ausrichtung auf einen leistungsfähigen Ganzjahrestourismus in der Region.