Ein von der Fluggesellschaft Norwegian betriebener Charterflug hat am Samstag auf dem Weg von Griechenland nach Norwegen eine ungeplante Sicherheitslandung auf dem internationalen Flughafen Athen-Eleftherios Venizelos einlegen müssen.
Die Maschine des Typs Boeing 737 Max 8 befand sich unter der Flugnummer DY9317 im Auftrag des Reisekonzerns TUI mit Urlaubern auf dem Rückweg von der griechischen Insel Rhodos zum norwegischen Flughafen Stavanger. Während des Steigflugs oder des frühen Reiseflugs registrierten die Bordsysteme ein Problem mit dem Kabineninnendruck, was die automatische Auslösung des Notfallsystems und das Herabfallen der Sauerstoffmasken in der Passagierkabine zur Folge hatte. Die Cockpit-Besatzung leitete umgehend einen kontrollierten Sinkflug auf eine sicherere Flughöhe ein und steuerte den nächstgelegenen, geeigneten Ausweichflughafen in Athen an.
Passagiere an Bord des Flugzeugs mit der Registrierung LN-FGG berichteten nach dem Vorfall, dass sie bereits vor dem Einleiten der Kursänderung einen spürbaren Druck auf den Ohren und im Kopfbereich wahrgenommen hatten. Vom Kabinenpersonal wurden die Reisenden darüber informiert, dass eine Fortsetzung des Fluges in der regulären Reiseflughöhe zu schweren gesundheitlichen Beeinträchtigungen wie extremen Kopfschmerzen oder gar Sauerstoffmangel hätte führen können. Nach der erfolgreichen Landung in der griechischen Hauptstadt kam es jedoch zu Kritik seitens der Fluggäste: Mehrere Reisende bemängelten, dass sie nach dem Aufsetzen noch rund eine Stunde bei hohen Außentemperaturen und ohne funktionierende Klimaanlage in der Kabine warten mussten, während die Versorgung mit Trinkwasser nur stark eingeschränkt möglich war. Zudem wurde das Informationsmanagement am Flughafen von einigen Urlaubern als unzureichend und unklar beschrieben.
Der Reiseveranstalter TUI reagierte auf den Zwischenfall und beorderte eine Ersatzmaschine nach Athen, um den Rücktransport der gestrandeten Passagiere nach Nordeuropa zu gewährleisten. Für den Weiterflug wurde eine Boeing 737-800 mit dem Kennzeichen LN-NIH eingesetzt, die am späten Abend mit Kurs auf Norwegen abhob und Stavanger kurz nach Mitternacht erreichte. Die Fluggesellschaft Norwegian verteidigte das Vorgehen der Piloten in einer offiziellen Stellungnahme und betonte, dass die Sicherheit der Passagiere und der Besatzung zu jedem Zeitpunkt oberste Priorität besessen habe. Die Einleitung des Sinkflugs und die anschließende Umleitung nach Athen seien standardisierte und notwendige Vorsichtsmaßnahmen bei technischen Unregelmäßigkeiten im Bereich der Druckkabine gewesen.
Das betroffene Flugzeug verbleibt für eine detaillierte technische Inspektion und zur Behebung des Defekts an den Systemen zur Kabinenbelüftung und Druckregulierung vorerst am Boden in Athen. Vorfälle dieser Art werden in der Regel auch von den zuständigen Luftfahrtbehörden untersucht, um die genaue Ursache für das Versagen der Drucksysteme zu ermitteln. Die Boeing 737 Max 8 gehört zu den modernen Mustern in der Flotte von Norwegian, weshalb der Vorfall im Hinblick auf die Wartungsprotokolle und die Zuverlässigkeit der Klimatisierungs- und Pressurisationssysteme genau analysiert wird.