Die Großglockner Hochalpenstraßen AG (GROHAG) hat am 17. Juni 2026 auf der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe ein umfassendes Erlebnis- und Ausstellungsjahr eröffnet. Anlass ist das 170-jährige Jubiläum einer historisch bedeutsamen Reise: Im September 1856 besuchten Kaiser Franz Joseph I. und Kaiserin Elisabeth („Sisi“) das Hochgebirgsareal am Fuße von Österreichs höchstem Berg.
Das von der Passstraße und regionalen Tourismusverbänden initiierte Kulturprogramm beleuchtet die damalige, logistisch äußerst beschwerliche Reise des jungen Monarchenpaares durch die südlichen Kronländer Kärnten und Tirol aus einer modernen, wissenschaftlich differenzierten Perspektive. Zur feierlichen Eröffnung reiste unter anderem Markus Emanuel Salvator von Habsburg-Lothringen, ein direkter Urenkel des kaiserlichen Paares, in die Hohen Tauern.
Im Zentrum des Programms steht die neue historische Fachausstellung „Gipfeltreffen Eurer Majestäten“, die in Zusammenarbeit mit der Sektion „Kulturelles Erbe“ des Bundesministeriums für Arbeit und Wirtschaft konzipiert wurde. Die Schau verzichtet bewusst auf eine rein verklärte Habsburg-Romantik und rückt stattdessen die realen politischen, gesellschaftlichen und logistischen Rahmenbedingungen monarchischer Reisen im 19. Jahrhundert in den Vordergrund. Ergänzt wird der geschichtliche Schwerpunkt durch die kulinarische Kulturpräsentation „Tafeln wie ein Kaiser“, die Einblicke in die Esskultur am Wiener Hof gewährt. Ein besonderes historisches Fundstück der begleitenden Recherchen ist eine barocke Kasel aus der Sakristei von Heiligenblut – ein liturgisches Messgewand, das Kaiserin Elisabeth der Pfarre einst nach ihrer Expedition zum Großglockner schenkte.
Für Besucher wurde zudem der neue, rund 1,4 Kilometer lange Kaiser-Franz-Josef-Panoramaweg fertiggestellt. Der leicht begehbare Rundweg führt von der Aussichtsplattform auf knapp 2.400 Metern Höhe hinauf zum Aussichtspunkt Kaiserstein und vermittelt an mehreren Stationen biografische Details über das Herrscherpaar und dessen Erstbegegnung mit der hochalpinen Landschaft der Ostalpen. Als symbolisches Bindeglied zwischen der kaiserlichen Residenz in Wien und dem alpinen Zielort fungiert die Schönbrunn Group unter der Leitung von Klaus Panholzer, die das Eröffnungsprogramm mitgestaltete und einen eigens in den kaiserlichen Weingärten angebauten „Schönbrunn Wein“ als Gastgeschenk auf die Passhöhe brachte.
Das Jubiläumsjahr setzt zudem einen ausgeprägten regionalen Handwerksakzent durch eine Kooperation mit dem Salzburger Heimatwerk, das im Jahr 2026 ebenfalls sein Bestehen feiert. Der Trachten-Designer Toni Golser entwarf für den Anlass die exklusiven Dirndlmodelle „Kaiserblick“ und „Sisi“, die aus traditionellen Webstoffen der Kärntner Textilmanufaktur Seidra gefertigt wurden. Die Kulturinitiative wird von den Landesregierungen in Salzburg und Kärnten als wesentlicher Impulsgeber für den regionalen Kulturtourismus unterstützt. Die Großglockner Hochalpenstraße, die als Denkmalbauwerk ohnehin zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten der Republik zählt, verknüpft mit diesem Ausbau ihr klassisches alpines Ausflugsangebot mit einer zeitgemäßen musealen Geschichtsvermittlung.