Boeing 737-800 (Foto: Robert Spohr).
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Höhere Treibstoffkosten und Kapazitätskürzungen: Ryanair drosselt Wachstumsziele im Winterhalbjahr

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Die irische Billigfluggesellschaft Ryanair verzeichnete im August 2026 ein Passagieraufkommen von 22,2 Millionen Fluggästen, was einem Anstieg von sechs Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat entspricht.

Bei einer stabilen Sitzplatzauslastung von 96 Prozent führte die Fluggesellschaft im Laufe des Monats mehr als 120.500 Flüge durch. Allerdings führten externe Faktoren wie der Ausbruch des Vulkans Ätna auf Sizilien zu Flugstreichungen im Umfang von über 400 Verbindungen. Trotz der anhaltend hohen Nachfrage in den Sommermonaten korrigierte das Management seine Erwartungen für das gesamte Geschäftsjahr 2027 leicht nach unten.

Grund für die Anpassung der Jahresprognose von ursprünglich 216 Millionen auf nunmehr 214 Millionen Passagiere sind stark gestiegene Marktpreise für Flugzeugtreibstoff. Während Ryanair rund 80 Prozent seines Kerosinbedarfs für das laufende Geschäftsjahr zu einem Preis von etwa 67 US-Dollar pro Barrel abgesichert hat, schlägt der nicht abgesicherte Teil bei aktuellen Marktpreisen von rund 140 US-Dollar pro Barrel deutlich zu Buche. Um die finanzielle Belastung im traditionell schwächeren Winterflugplan von November bis März zu begrenzen, reduziert der Konzern seine Kapazitäten im Winterhalbjahr gezielt auf das Niveau des Vorjahres.

Durch die vorübergehende Reduzierung der Flugfrequenzen im Winter strebt die Airline eine Verringerung der operativen Verluste in den kälteren Monaten um 70 bis 100 Millionen Euro an. Gleichzeitig rechnet die Unternehmensführung für das zweite Quartal des Geschäftsjahres mit leicht rückläufigen Ticketpreisen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Sollte das hohe Preisniveau für Rohöl bis in den Sommer 2027 anhalten, geht die Airline-Führung von branchenweiten Tariferhöhungen im europäischen Kurzstreckenverkehr aus, da Konkurrenten mit geringeren Absicherungsquoten gezwungen sein werden, steigende Kosten an die Kundschaft weiterzugeben.

Branchenbeobachter verweisen darauf, dass die Kapazitätsanpassung eine vorsorgliche Maßnahme darstellt, um die Margen im europäischen Low-Cost-Segment zu sichern. Das Geschäftsmodell von Ryanair reagiert hochsensibel auf Schwankungen der Treibstoffpreise, weshalb der Verzicht auf unrentable Flugeinheiten im Winter eine bewährte Methode zur Risikobegrenzung darstellt. Wie sich die Ticketpreise auf den europäischen Kernstrecken entwickeln, bleibt jedoch stark von der Kaufkraft der Verbraucher und der Wettbewerbsintensität im kommenden Jahr abhängig.

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