Eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag des Reiseveranstalters Tui Österreich zeigt eine anhaltend hohe Reisebereitschaft der österreichischen Bevölkerung für die Wintersaison 2026/2027.
Demnach haben 45 Prozent der Befragten bereits mindestens eine Reise für den Zeitraum zwischen November 2026 und April 2027 gebucht oder planen diese konkret. Weitere 23 Prozent äußerten sich noch unentschlossen. Bei den präferierten Reisearten dominieren Städtereisen mit 43 Prozent vor Strandurlauben auf der Mittel- und Fernstrecke mit 36 Prozent sowie Wellnessangeboten mit 32 Prozent. Klassischer Wintersport rangiert mit 26 Prozent an vierter Stelle. Zu den gefragtesten Ferienzielen zählen Spanien und Ägypten sowie auf den Langstrecken Thailand, die Malediven und Mauritius.
Die Erhebung verdeutlicht zugleich eine Verschiebung der Motive im Buchungsverhalten. Hauptgründe für eine Urlaubsreise sind für jeweils 35 Prozent der Befragten die gemeinsame Zeit mit der Familie oder dem Partner sowie der Wunsch nach Abstand vom Alltag. Zwar gaben lediglich 20 Prozent an, dass ein besonders günstiger Preis das primäre Entscheidungskriterium darstelle, branchenweite Daten zeichnen jedoch ein differenziertes Bild der ökonomischen Lage. Daten der Statistik Austria zum nationalen Konsumverhalten belegen, dass die inflationsbedingten Preissteigerungen der vergangenen Jahre das Budget vieler Haushalte belasten, was sich in kürzeren Aufenthaltsdauern und veränderten Konsummustern am Urlaubsort niederschlägt.
Wirtschafts- und Tourismusanalysten bewerten die optimistischen Erwartungen der Reisebranche daher verhaltener als die Veranstalter selbst. Das Segment der Flugfernreisen und Pauschalangebote verzeichnet zwar wieder stabile Buchungszahlen, steht jedoch in direkter Konkurrenz zu den steigenden Ausgaben im Inlands- und Wintersporttourismus. Angesichts der anhaltenden Kaufkraftverluste breiterer Bevölkerungsschichten im Zuge gestiegener Lebenshaltungskosten bleibt abzuwarten, in welchem Umfang die noch unentschlossenen 23 Prozent der Befragten ihre Absichten tatsächlich in feste Buchungen umsetzen.