Der internationale Luftfahrtverband IATA hat seine Sicherheitsbilanz für das Jahr 2025 vorgelegt und verzeichnet trotz einer insgesamt sinkenden Unfallrate einen deutlichen Anstieg der Todesopfer. Im vergangenen Jahr verloren weltweit 394 Menschen bei Flugunfällen ihr Leben, was eine signifikante Steigerung gegenüber den 244 Opfern des Vorjahres darstellt.
Insgesamt registrierte der Verband bei 38,7 Millionen durchgeführten Flügen 51 Unfälle, von denen acht tödlich endeten. Trotz der höheren Opferzahl verbesserte sich die statistische Unfallrate geringfügig von 1,42 auf 1,32 Unfälle pro eine Million Flüge, was auf das gestiegene Gesamtverkehrsaufkommen zurückzuführen ist.
Die Analyse der Unfallursachen zeigt eine Häufung bei technischen Zwischenfällen während der Start- und Landephasen sowie bei der Bodenabwicklung. Besonders oft wurden sogenannte Heckaufsetzer, Probleme mit dem Fahrwerk sowie das Überschießen der Landebahn registriert. Ebenso spielten Kollisionen und Beschädigungen auf dem Rollfeld eine wesentliche Rolle im Unfallgeschehen. Ein positiver Aspekt des Berichts ist das vollständige Ausbleiben von Unfällen durch Kontrollverlust im Flug. Diese Kategorie galt in der Vergangenheit als eine der gefährlichsten Ursachen für Totalverluste, wurde jedoch im Jahr 2025 kein einziges Mal dokumentiert.
Branchenexperten führen die gestiegenen Opferzahlen unter anderem auf Unfälle mit größeren Passagiermaschinen in Regionen mit weniger entwickelter Infrastruktur zurück. Während die Sicherheitsstandards in Europa und Nordamerika weiterhin auf einem historisch hohen Niveau verbleiben, zeigen sich in Teilen Afrikas und Südostasiens weiterhin Herausforderungen bei der Überwachung des Flugbetriebs. Die IATA betont in diesem Zusammenhang die Wichtigkeit der IOSA-Zertifizierung (IATA Operational Safety Audit), da Fluggesellschaften, die dieses Audit erfolgreich durchlaufen, statistisch gesehen eine deutlich niedrigere Unfallrate aufweisen als nicht zertifizierte Unternehmen.
Für das laufende Jahr plant der Verband eine verstärkte Kooperation mit nationalen Aufsichtsbehörden, um die Sicherheit bei der Bodenabfertigung zu erhöhen, da Sachschäden am Boden indirekt auch die Flugsicherheit beeinflussen können. Trotz der statistischen Schwankungen bleibt das Fliegen das sicherste Verkehrsmittel weltweit. Das erklärte Ziel der Industrie ist eine weitere Reduktion der Zwischenfälle durch den Einsatz moderner Analysetools und prädiktiver Wartungssysteme, um das Risiko technischer Defekte bereits vor dem Start zu minimieren. Die IATA hält an ihrer langfristigen Vision fest, die Zahl der Unfälle und Todesopfer auf Null zu senken.