Heckflossen am Flughafen Stuttgart (Foto: Robert Spohr).
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IATA Sicherheitsbericht 2024: Erhöhung der Vorfälle, aber die Luftfahrt bleibt sicher

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Die Internationale Luftverkehrs-Vereinigung (IATA) hat ihren Sicherheitsbericht für das Jahr 2024 veröffentlicht, der einen Anstieg der Flugunfälle im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet.

Trotz dieses Anstiegs betont die IATA, dass diese Vorfälle in keiner Weise das hohe Sicherheitsniveau der Luftfahrtindustrie infrage stellen sollten. Die Zahl der Unfälle bleibt auf historisch niedrigem Niveau, und die Branche hat in den letzten Jahrzehnten erhebliche Fortschritte bei der Verbesserung der Sicherheit erzielt. Die IATA fordert jedoch dazu auf, keine voreiligen Schlüsse aus den Einzelereignissen zu ziehen, da die Luftfahrt weiterhin als eines der sichersten Verkehrsmittel gilt.

Zunahme der Vorfälle und Unfälle in der Luftfahrt

2024 beförderte die Luftfahrtindustrie weltweit 5 Milliarden Passagiere auf über 40 Millionen Flügen. Trotz der hohen Zahl von Flügen stieg die Anzahl der Unfälle im Vergleich zum Vorjahr. Laut der IATA lag die Unfallrate 2024 bei 1,13 Unfällen pro Million Flüge – im Vergleich zu 3,72 pro Million Flüge im Jahr 2005. Dieser Rückgang ist ein deutliches Zeichen für die fortlaufenden Bemühungen der Branche, die Sicherheit zu erhöhen. Doch der Anstieg der Unfälle im Jahr 2024 ist nicht zu übersehen, wobei die IATA darauf hinweist, dass es sich hierbei um Einzelereignisse handelt, die nicht zu falschen Schlüssen führen sollten.

„Trotz der Erhöhung der Zahl der Unfälle im Jahr 2024 ist es wichtig, keine falschen statistischen Schlussfolgerungen aus einzelnen Ereignissen zu ziehen, da die Luftfahrt nach wie vor eines der sichersten Verkehrsmittel ist“, erklärte die IATA. Besonders die bekannt gewordenen Vorfälle zu Beginn und Ende des Jahres – wie die Türöffnung bei Alaska Airlines’ Boeing 737 MAX 9 sowie die Abstürze der Jeju Air und Azerbaijan Airlines – bleiben laut der IATA Ausreißer.

Die Sicherheitsmaßnahmen der Luftfahrtindustrie

Die hohe Zahl an Flügen und die insgesamt niedrige Unfallrate verdeutlichen die Effektivität der Sicherheitsvorkehrungen in der Luftfahrt. Die Branche nutzt einen fünfjährigen rollierenden Durchschnitt zur Berechnung der Unfallrate, der über die letzten zwei Jahrzehnten stetig gesenkt wurde. Trotz einzelner Vorfälle betont die IATA, dass die Sicherheitsstandards der Branche hoch bleiben und kontinuierlich durch Innovationen und strenge Aufsicht verbessert werden.

Zu den bekannt gewordenen Unfällen 2024 zählen der Vorfall bei Alaska Airlines, bei dem ein Boeing 737 MAX 9 Flugzeug durch eine Türverriegelung in Schwierigkeiten geriet, sowie der Absturz eines regionalen Jets von Azerbaijan Airlines nahe des Aktau Flughafens in Kasachstan. Bei beiden Ereignissen wurden erste Berichte durch die Ermittlungsbehörden veröffentlicht, die auf die fortlaufende Arbeit zur Klärung der Ursachen hinweisen.

Ein weiteres Ereignis war die Kollision zwischen einem Airbus A350-900 von Japan Airlines und einem Dash 8 Q300 der japanischen Küstenwache auf dem Rollfeld. Die japanische Sicherheitsbehörde veröffentlichte hierzu im Dezember 2024 einen ersten Bericht.

Anstieg von GPS-Interferenzen als neue Herausforderung

Ein weiterer beunruhigender Trend, den die IATA in ihrem Sicherheitsbericht hervorhebt, ist der drastische Anstieg von GPS-Interferenzen, die in den letzten Jahren, insbesondere im Jahr 2024, signifikant zugenommen haben. Während die Luftfahrt über Backup-Systeme verfügt, die die Sicherheit selbst bei Ausfällen von GNSS (Global Navigation Satellite System) gewährleisten können, stellen diese Interferenzen eine zunehmende Gefahr für den Luftverkehr dar.

Die IATA berichtete, dass die Störungen des Global Positioning Systems (GPS) in 2024 um 175 % im Vergleich zum Vorjahr zugenommen haben. Besonders betroffen sind Länder wie die Türkei, Irak und Ägypten, wo GPS-Spoofing-Vorfälle – also gezielte Täuschungen des GPS-Signals – dramatisch angestiegen sind, mit einer Zunahme von 500 % im Jahresvergleich.

„Diese Störungen stellen ein absichtliches und inakzeptables Risiko für die zivile Luftfahrt dar“, sagte IATA-Direktor Willie Walsh. „Unverzügliche Maßnahmen von Regierungen und Luftverkehrsdiensten sind erforderlich, um diese Praxis zu stoppen und die Sicherheit zu gewährleisten.“ Die zunehmenden GPS-Störungen stellen eine ernste Herausforderung dar, da zuverlässige Navigation für sichere und effiziente Flugoperationen von entscheidender Bedeutung ist.

Sicherheit bleibt trotz der Vorfälle auf hohem Niveau

Walsh wies darauf hin, dass die hohe Zahl an Unfällen im Jahr 2024 in keinem Fall das allgemeine Sicherheitsniveau der Luftfahrtindustrie widerspiegele. „Trotz der Vorfälle ist die Zahl der Unfälle nach wie vor extrem selten“, so Walsh. „Im Jahr 2024 gab es bei 40,6 Millionen Flügen nur sieben tödliche Unfälle mit kommerziellen Flugzeugen.“

Die IATA weist darauf hin, dass vor zehn Jahren der fünfjährige Durchschnitt noch bei einem Unfall pro 456.000 Flüge lag, während er heute bei einem Unfall pro 810.000 Flüge liegt. Diese Verbesserung ist das Resultat jahrelanger Bemühungen der Branche, die Sicherheit weiter zu steigern und jedes einzelne Risiko zu minimieren.

Abschließend erklärte Walsh, dass die Luftfahrtindustrie weiterhin bestrebt ist, ihre Sicherheitsstandards zu erhöhen. „Die Branche ist sich bewusst, dass bereits ein Todesfall einer zu viel ist“, sagte er. „Wir ehren das Andenken der verlorenen Leben mit tiefem Mitgefühl und einer noch entschiedeneren Haltung, das Fliegen sicherer zu machen.“

Der Sicherheitsbericht der IATA für das Jahr 2024 zeigt, dass trotz eines Anstiegs der Vorfälle die Luftfahrtindustrie weiterhin eines der sichersten Verkehrsmittel bleibt. Die ergriffenen Sicherheitsmaßnahmen und die kontinuierliche Verbesserung der Sicherheitsstandards haben dazu geführt, dass die Unfallrate im Vergleich zu früheren Jahren erheblich gesenkt wurde. Dennoch stellt die Zunahme von GPS-Interferenzen ein neues Risiko dar, das die Branche weiterhin intensiv beobachten und adressieren muss. Die hohe Zahl an Flügen und die geringe Zahl an tödlichen Unfällen unterstreichen jedoch das hohe Sicherheitsniveau der Branche, das auch in Zukunft weiter verbessert werden soll.

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