Die spanische Linienfluggesellschaft Iberia wird ab November 2026 eine neue Flugverbindung zwischen ihrem Drehkreuz Madrid-Barajas und dem italienischen Flughafen Salerno-Costa d’Amalfi einrichten. Geplant ist ein täglicher Flugbetrieb, der mit Maschinen des Typs Airbus A320 durchgeführt werden soll.
Für den Startmonat kalkuliert das Unternehmen mit einer Kapazität von rund 10.800 angebotenen Sitzplätzen auf dieser Relation. Mit der Aufnahme von Salerno erhöht sich die Zahl der von Iberia bedienten Flugziele in Italien auf insgesamt zwölf Destinationen. Die italienischen Routen verzeichnen im laufenden Jahr 2026 ein Gesamtvolumen von über 2,85 Millionen Sitzplätzen, was einer Steigerung von 1,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht.
Das neue Angebot soll im Rahmen des langfristigen Flugplans 2030 der Fluggesellschaft die Konnektivität über den Knotenpunkt Madrid stärken. Der Global Sales Director von Iberia, Víctor Moneo, verwies darauf, dass die Verbindung darauf ausgelegt ist, Passagiere aus der italienischen Region Kampanien an das Langstreckennetz der Fluggesellschaft in Nord- und Lateinamerika anzubinden. Bislang bedient Iberia auf dem italienischen Markt ganzjährig die Flughäfen Bologna, Florenz, Mailand, Neapel, Rom, Turin und Venedig, während Standorte wie Cagliari, Catania, Olbia und Palermo lediglich saisonal im Sommerflugplan berücksichtigt werden. Rom bleibt mit bis zu sieben täglichen Frequenzen die am stärksten frequentierte Destination der Airline in Italien.
Luftfahrtanalysten betrachten die Aufnahme des Flughafens Salerno jedoch mit einer gewissen Skepsis. Der Flughafen Salerno-Costa d’Amalfi wurde erst kürzlich für den kommerziellen Linienverkehr ausgebaut, um den überlasteten Flughafen Neapel zu entlasten. Ob der Standort unmittelbar eine ausreichende und konstante Nachfrage für tägliche Flüge generieren kann, bleibt abzuwarten. Die Rentabilität der Route hängt maßgeblich davon ab, ob genügend Passagiere die Verbindung für Umsteigeflüge nach Übersee nutzen oder ob das Aufkommen außerhalb der touristischen Hauptsaison an der Amalfiküste einbricht. Zudem verschärft Iberia mit diesem Schritt den Wettbewerb im süditalienischen Luftraum, der bereits stark durch europäische Billigfluggesellschaften besetzt ist.
Wirtschaftlich ordnet sich die Netzanpassung in ein angekündigtes Investitionsprogramm von Iberia in Höhe von sechs Milliarden Euro ein, das unter anderem für die Modernisierung der Flotte und den Ausbau des Terminals in Madrid aufgewendet werden soll. Kritiker geben zu bedenken, dass ein derart kapitalintensives Wachstum bei volatilen Treibstoffpreisen und steigenden Infrastrukturgebühren an den europäischen Flughäfen erhebliche Auslastungsrisiken birgt. Das Überleben von Sekundärrouten wie Madrid–Salerno wird sich daher in den kommenden Flugplanperioden an den realen Passagierzahlen messen lassen müssen.