Icelandair hat mit der Einflottung seines ersten Airbus A321LR, registriert als TF-IAA, einen wichtigen Schritt gemacht. Der erste Testflug des neuen Langstreckenflugzeugs fand am 19. November 2024 in Hamburg-Finkenwerder statt. Dieses Ereignis markiert den Beginn eines neuen Kapitels für die Fluggesellschaft, die über Jahrzehnte hinweg fast ausschließlich Boeing-Flugzeuge in ihrer Flotte hatte.
Seit Jahren sucht Icelandair nach einem geeigneten Ersatz für seine alternde Boeing 757-Flotte. Nach anfänglicher Entscheidung für die Boeing 737 MAX, verkündete die Airline im Juli 2023 eine Bestellung von vier Airbus A321LR und 13 A321XLR mit einer Option auf zwölf weitere Maschinen. Die Entscheidung für Airbus spiegelt nicht nur die Modernisierung der Flotte wider, sondern ermöglicht der Airline auch neue strategische Möglichkeiten. Während die Boeing 757 mit ihrem Alter und erhöhtem Wartungsaufwand zunehmend eine Herausforderung darstellte, bietet der Airbus A321LR eine umweltfreundlichere Alternative mit höherer Effizienz und Reichweite.
Konkrete Einsatzpläne und zukünftige Erweiterungen
Die ersten A321LR werden im Dezember 2024 in den kommerziellen Betrieb aufgenommen. Geplante Routen umfassen europäische Ziele wie Kopenhagen, Stockholm, London-Heathrow und Oslo. Ab Mai 2025 wird Seattle das erste transatlantische Ziel, das mit dem A321LR bedient wird. Mit einer Reichweite von bis zu 7.400 Kilometern ist das Modell ideal für Icelandairs Transatlantik-Drehscheibe.
Der Airbus A321LR ist mit 168 Sitzplätzen ausgestattet, davon 22 in der Business Class (Saga Premium). Diese Konfiguration erlaubt Icelandair, die Nachfrage auf lukrativen Strecken zu bedienen und gleichzeitig Treibstoffkosten zu reduzieren. Die geplante Einführung der A321XLR ab 2029 könnte sogar weiter entfernte Ziele wie Dubai oder die US-Westküste in Reichweite bringen.
Bedeutung für die Airline und den Markt
Die Entscheidung, sowohl Boeing- als auch Airbus-Flugzeuge parallel zu betreiben, zeigt Icelandairs Fokus auf Flexibilität und Anpassungsfähigkeit. Der Airbus-Zuwachs stärkt die Wettbewerbsfähigkeit der Airline in einem zunehmend anspruchsvollen Markt. Gleichzeitig untermauert dieser Schritt das Engagement der Fluggesellschaft, ihre Flotte umweltfreundlicher und kosteneffizienter zu gestalten.
Für die isländische Wirtschaft und den Tourismus ist dieser Schritt ebenfalls von Bedeutung: Mehr Kapazität und neue Routen könnten zu einem erhöhten Passagieraufkommen führen und Islands Position als attraktives Reiseziel stärken.