Die isländische Fluggesellschaft Icelandair hat im September 2026 insgesamt 466.000 Passagiere befördert. Dies entspricht einem Rückgang von drei Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat.
Trotz der gesunkenen Gesamtzahl der Fluggäste erzielte das Unternehmen mit 84,9 Prozent den höchsten Sitzladefaktor, der jemals in einem September registriert wurde. Möglich wurde dieser Anstieg um 3,2 Prozentpunkte durch eine gezielte Drosselung der angebotenen Kapazität, gemessen in verfügbaren Sitzkilometern, um acht Prozent. Zugleich stieg der Ertrag pro Passagierkilometer um 14 Prozent auf 10,30 US-Cent.
Die Entwicklung der Fluggastzahlen verdeutlicht die Neuausrichtung des Streckennetzes auf den Direktverkehr von und nach Island. Während die Zahl der Anreisen nach Island um sieben Prozent und die der Abreisen um elf Prozent zunahm, ging das reine Umsteigersegment über das Drehkreuz Keflavík um 15 Prozent zurück. Besonders starke Nachfrage verzeichnete die Fluggesellschaft auf Strecken nach Südeuropa sowie nach Grönland. Zudem nahm Icelandair im Berichtsmonat eine neue Linienverbindung ins polnische Danzig auf.
Der regionale Flugverkehr innerhalb Islands verzeichnete hingegen ein Minus von sieben Prozent. Die Fluggesellschaft begründete diesen Rückgang mit erforderlichen Wartungsarbeiten an einem Flugzeug der Regionalflotte. Neben den Wartungen führte ein kurzzeitiger Streik des Boden- und Wartungspersonals am 23. September 2026 zu operativen Einschränkungen und Flugstreichungen. Dennoch lag die Pünktlichkeitsquote im gesamten Streckennetz im Berichtsmonat bei 85,4 Prozent.
Positiv entwickelten sich die weiteren Geschäftsfelder des Konzerns. Im Bereich der Luftfracht stieg das Frachtaufkommen um 14 Prozent, während die verkauften Blockstunden im Leasinggeschäft um sechs Prozent zunahmen. Marktbeobachter werten die Septemberzahlen als Anzeichen für eine Konsolidierung, bei der Ertragsqualität und Auslastung vor reinem Passagierwachstum priorisiert werden.