Impfungen: “Theoretische Termine” für AUA-Mitarbeiter im April 2021

DHC Dash 8-400 (Foto: Jan Gruber).
DHC Dash 8-400 (Foto: Jan Gruber).

Impfungen: “Theoretische Termine” für AUA-Mitarbeiter im April 2021

DHC Dash 8-400 (Foto: Jan Gruber).
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Viele Austrian-Airlines-Mitarbeiter haben in ihren April-Dienstplänen bereits Covid-19-Impftermine eingetragen. Auf den ersten Blick wirkt das als ob sich die AUA “vordrängen” wolle, doch fix sind die Termine noch nicht. Es könnte zu Verzögerungen kommen, denn im nationalen Impfplan haben weiterhin Hochrisikopatienten und ältere Personen Vorrang. Die Phase II ist noch nicht abgeschlossen und das Personal von Verkehrsunternehmen mit Kundenkontakt ist erst in Phase III vorgesehen.

Zumindest in der Theorie habe man für das fliegende AUA-Personal schon Termine in der Tasche, aber die Praxis sieht ein wenig anders aus. Je nach Fortschritt der Phase II-Impfungen und der Verfügbarkeit der Vakzine werden diese dann fixiert oder möglicherweise auch auf unbestimmte Zeit nach hinten verschoben. In der Theorie hatten auch viele ältere Menschen Impftermine in der Tasche, doch gerade in Wien kam es wiederholt dazu, dass selbst äußerst betagte Pensionisten mangels Impfstoff an Ort und Stelle wieder nach Hause geschickt wurden. Bei Austrian Airlines bereitet man sich organisatorisch auf die Impfaktion vor und hat mögliche Termine bereits in den Dienstplänen berücksichtigt, nur ob diese dann tatsächlich “piksen” werden, hängt von den Entscheidungen der Behörden ab. Somit wurden “theoretisch mögliche Termine” vergeben.

Die Lufthansa-Tochter ging auf den Vorhalt, dass die AUA keine systemkritische Infrastruktur, kein Krankenhaus und auch kein Pflegeheim ist, gar nicht ein. Momentan sind nämlich unter anderem diese Gruppen in den Phasen I und II an der Reihe und das in den meisten Bundesländern mit ordentlich Verzug. Eine Sprecherin verwies auf den nationalen Impfplan: “Die Phase 3 des österreichischen Impfplans, welche Mitte April starten soll, sieht u.a. eine Priorisierung für Personen mit „beruflich unbedingt erforderlicher grenzüberschreitender Reisetätigkeit“ vor, sofern entsprechende Impfstoffverfügbarkeiten gegeben sind. Dies trifft aus naheliegenden Gründen für ein Großteil unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu. Nachdem bei der Impfaktion für unser fliegendes Personal viele Details zu beachten sind, war es notwendig die Impftermine der Cabin und Cockpit Crews bereits vorsorglich in den Dienstplänen einzuplanen. Das passiert unter dem Vorbehalt, dass die Termine verschoben werden können, falls entsprechende Impfstoff-Verfügbarkeiten nicht gegeben sind. Wir rechnen damit, dass in Kürze einzelne Länder Einreiseverbote für Personen ohne Impfung erlassen könnten, aus diesem Grund ist eine zeitnahe Impfung für den Teil unseres Personals mit Reisetätigkeit wichtig”.

Viele Hochrisikopatienten und Pensionisten haben nicht mal Termine

Im nationalen Covid-19-Impfplan (Version vom 11. Feber 2021) findet sich die von Austrian Airlines als Rechtfertigung herangezogene Passage tatsächlich, doch befinden sich die meisten Bundesländer in Verzog. Das bedeutet konkret, dass vor vorhergehenden Phasen noch nicht abgeschlossen sind und viele Menschen, die eigentlich in den Phasen I und II hätten geimpft werden sollen, noch immer keine Termine haben, geschweige denn das Vakzin bereits gespritzt bekommen haben. Insofern wirkt es regelrecht befremdlich, dass für das fliegende Personal von Austrian Airlines bereits fixe Termine vergeben wurden, während gleichzeitig Hochrisikopersonen und ältere Menschen noch immer nicht wissen, wann sie eine Impfung bekommen können. Laut AUA sind die Termine aber nicht in Stein gemeißelt, denn die Verzögerungen bei anderen Personengruppen könnten dazu führen, dass die für das fliegende Personal bestimmten Impftermine abgesagt und verschoben werden. Dies liege gar nicht in der Hand der AUA.

Da die österreichischen Mitbewerber uniso angegeben haben, dass sie noch keine Termine für ihre Mitarbeiter bekommen haben, jedoch die AUA diese schon in Dienstpläne eingetragen hat, liegt die zumindest nicht unbegründete Vermutung nahe, dass von staatlicher Seite her das Austrian-Airlines-Personal bevorzugt werden könnte und die Beschäftigten anderer Anbieter diskriminiert werden könnten. Ein fairer und gleichberechtigter Zugang zu den Impfstoffen sieht anders aus. Umgekehrt steht aber auch die zumindest nicht unbegründete Vermutung im Raum, dass sich der eine oder andere Austrian-Airlines-Mitbewerber nicht sonderlich intensiv um Impfungen im Betrieb gekümmert haben könnte.

AUA dementiert “Vordrängeln”

“Austrian Airlines drängt sich keineswegs bei den Impfungen vor. Wir bereiten uns auf eine Impfaktion vor, die dann stattfindet, wenn wir laut österreichischem Impfplan auch an der Reihe sind. Wir werden hier niemandem eine Impfung wegnehmen, der gemäß Impfplan vor uns gereiht ist. Wenn es hier aufgrund von Verzögerungen zu Verschiebungen kommt, dann gelten diese natürlich auch bei Austrian Airlines. Wie betont, werden wir dann die entsprechenden Termine ebenfalls verschieben. Ich möchte hiermit auch absolut dementieren, dass wir uns bereits jetzt fixe Impftermine gesichert hätten oder bevorzugt Kontingente erhalten. Dass wir entsprechende Vorbereitungen für den Zeitpunkt der Impfung frühestmöglich treffen, kann uns niemand absprechen”, so eine Sprecherin der Austrian Airlines.

1 Comment

  • Hannes Grasser , 29. März 2021 @ 17:25

    Was für ein peinlicher Beitrag! Die Reigenfloge ist im österreichischen Impflan genau festgelegt.l

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  • Hannes Grasser , 29. März 2021 @ 17:25

    Was für ein peinlicher Beitrag! Die Reigenfloge ist im österreichischen Impflan genau festgelegt.l

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