Ein unvorhergesehener Zwischenfall im indischen Luftraum hat die Aufmerksamkeit von Luftfahrtexperten und Sicherheitsbehörden auf sich gezogen. Am 4. August 2026 erlebte ein Airbus A320neo der Fluggesellschaft Air India auf dem Flug von Phuket nach Kalkutta einen nahezu zeitgleichen Druckverlust in allen drei unabhängigen Hydraulikkreisläufen.
Der Vorfall dauerte zwar nur wenige Sekunden an, führte jedoch zu kurzzeitigen Kontrollproblemen, Höhenausschlägen des Flugzeugs sowie zu einer akustischen Überziehwarnung im Cockpit. Nach der Wiederherstellung des Systemdrucks konnte die Maschine mit 145 Personen an Bord sicher landen, allerdings wurden mehrere Insassen verletzt. Der Erstbericht der indischen Flugunfalluntersuchungsbehörde AAIB sowie eine Analyse des Herstellers Airbus bestätigen den Ablauf des Ereignisses. Ein nach der Landung beim Kommandanten durchgeführter Drogentest verlief nicht-negativ, woraufhin die indischen Luftfahrtbehörden umgehend flächendeckende Drogentests für sämtliche Verkehrspiloten des Landes angeordnet haben.
Der technische Ablauf des Hydraulikausfalls über Ostindien
Der Vorfall ereignete sich am 4. August 2026, als sich die acht Jahre alte Maschine mit dem Kennzeichen VT-EXO auf dem Flug Air India 2379 von Phuket nach Kalkutta befand und beim Fluglotsendienst der ostindischen Metropole anmeldete. Das Muster Airbus A320neo verfügt standardmäßig über drei getrennte Hydrauliksysteme, die als grüne, blaue und gelbe Kreisläufe bezeichnet werden. Diese dreifache Absicherung soll gewährleisten, dass selbst bei einem Defekt an zwei Systemen die volle Steuerbarkeit über die wesentlichen Ruderflächen erhalten bleibt.
Laut den aufgezeichneten Flugdaten der indischen Flugunfallbehörde AAIB versagte dieses Prinzip der Redundanz für einen Zeitraum von etwa vier Sekunden. Zwischen 04:02:43 Uhr UTC und 04:02:47 Uhr UTC registrierte die Bordelektronik einen kaskadenartigen Ausfall. Ausgehend von einem initialen Druckabfall im grünen System brachen unmittelbar darauf auch die Drücke in der blauen und gelben Hydraulikleitung ein. Unmittelbar nach diesem Totalverlust deaktivierte sich um 04:02:48 Uhr UTC automatisch der Autopilot. Drei Sekunden später ertönte im Cockpit das akustische Warnsignal für einen drohenden Strömungsabriss.
Aufgrund des fehlenden Hydraulikdrucks ließen sich die Steuerflächen temporär nicht wie gewohnt ansteuern. Das Flugzeug wich dadurch spürbar von seiner zugewiesenen Reiseflughöhe auf Flugfläche 360 ab. Der Bericht vermerkt zunächst ein Aufbäumen der Maschine um 372 Fuß, gefolgt von einem Absacken um 292 Fuß unter die Sollhöhe. Um 04:02:52 Uhr UTC baute sich der Druck im blauen Hydrauliksystem von selbst wieder auf, wenige Sekunden später folgten das gelbe und das grüne System. Danach normalisierte sich der Flugzustand vollständig, sodass die Besatzung den Flug fortsetzen und die Landung einleiten konnte.
Ursachenforschung und technische Einordnung durch den Hersteller
Sowohl die indischen Ermittler des AAIB als auch Ingenieure des Flugzeugherstellers Airbus haben die Flugdatenschreiber und Systemprotokolle ausgewertet. Beide Seiten kamen zu übereinstimmenden Befunden hinsichtlich der Abfolge des Druckverlustes. Gleichwohl stellt der synchrone Ausfall dreier voneinander isolierter Hydraulikkreisläufe ein äußerst seltenes Phänomen in der zivilen Luftfahrt dar. Hydrauliksysteme werden in modernen Verkehrsflugzeugen durch unterschiedliche Triebwerkspumpen, elektrische Pumpen oder im Notfall durch eine ausklappbare Stauturbine mit Druck versorgt.
Die Untersuchungen konzentrieren sich derzeit darauf, ob eine gemeinsame elektrische Steuerungseinheit, ein Softwarefehler in der Überwachungselektronik oder eine mechanische Ursache für den kurzzeitigen Zusammenbruch verantwortlich war. Das finale Ermittlungsergebnis steht noch aus. Mehrere Passagiere und Besatzungsmitglieder erlitten durch die abrupten Fluglageänderungen leichte Verletzungen, die nach der Landung medizinisch versorgt werden mussten.
Konsequenzen für das Flugpersonal und behördliche Maßnahmen
Neben den technischen Aspekten rückte der Faktor Mensch in den Fokus der Ermittlungen. Standardmäßige Routineüberprüfungen der Besatzung nach der Landung brachten ein unerwartetes Ergebnis hervor. Der Drogentest des verantwortlichen Kapitäns fiel nach AAIB-Angaben nicht-negativ aus. Obwohl bislang kein direkter kausaler Zusammenhang zwischen dem Testergebnis des Piloten und dem rein technischen Hydraulikausfall nachgewiesen ist, reagierten die Aufsichtsbehörden umgehend.
Die indische Zivilluftfahrtbehörde ordnete in der Woche nach der Veröffentlichung des Erstberichts flächendeckende und unangekündigte Drogentests für das gesamte fliegende Personal aller indischen Fluggesellschaften an. Bislang waren in Indien vor allem Alkoholkontrollen vor dem Flug Standard. Die Erhöhung der Kontrolldichte soll sicherstellen, dass die Sicherheitsstandards im Cockpit lückenlos eingehalten werden. Die Fluggesellschaft Air India stellte den betroffenen Piloten bis zum Abschluss der detaillierten Laboranalysen und der behördlichen Untersuchungen vom Dienst frei.