Boeing 787-9 (Foto: Steffen Lorenz).
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IndiGo nimmt sechs Norse-Dreamliner ins Wetlease

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IndiGo, die größte Fluggesellschaft Indiens, hat ehrgeizige Pläne für eine umfassende Expansion in den internationalen Langstreckenmarkt. Wie jüngst bekannt wurde, steht die Fluggesellschaft kurz vor der Unterzeichnung eines bedeutenden Vertrags mit der norwegischen Norse Atlantic Airways, der die Wet-Lease-Nutzung von sechs Boeing 787-9 Dreamlinern vorsieht. Dieser Schritt markiert einen entscheidenden Wendepunkt in der Strategie von IndiGo, ihren Einflussbereich auf europäische Metropolen wie London und Paris auszuweiten.

Das Wet-Lease-Abkommen, dessen Abschluss in Kürze erwartet wird, ist ein strategisches Mittel, um das Ziel zu erreichen, bereits ab 2025 Langstreckenflüge nach Europa aufzunehmen. Dabei wird Norse Atlantic Airways ihre Boeing 787-9 Flugzeuge, bekannt für ihre Treibstoffeffizienz und Langstreckentauglichkeit, IndiGo zur Verfügung stellen. Die ersten beiden Maschinen sollen bis Februar 2025 geliefert werden, die übrigen vier bis September desselben Jahres.

Dieses Modell des Wet-Leasings bietet IndiGo die Möglichkeit, schnell auf Marktanforderungen zu reagieren, ohne auf die Auslieferung neuer Flugzeuge warten zu müssen. Ein zusätzlicher Vorteil: Die Leasingvereinbarung umfasst nicht nur die Bereitstellung der Flugzeuge, sondern auch die von Norse Atlantic gestellte Crew, was IndiGo in ihrer operativen Flexibilität erheblich entlastet.

IndiGo und der Schritt ins Langstreckensegment

Bislang konzentrierte sich IndiGo mit ihrer beeindruckenden Flotte von über 400 Airbus-Flugzeugen auf Kurz- und Mittelstreckenflüge. Die Einbindung der Boeing 787-9 Dreamliner bedeutet nicht nur eine Erweiterung des Einsatzbereichs, sondern stellt zugleich den ersten großen Vorstoß der Fluggesellschaft in den Betrieb von Großraumflugzeugen dar.

Zwar hatte IndiGo zuvor Boeing 777-300ER für Strecken nach Türkei geleast, doch mit den 787-9 erhält die Airline nun die Möglichkeit, eine Vielzahl neuer internationaler Ziele zu bedienen. Die strategische Ausrichtung der Fluggesellschaft lässt sich klar erkennen: Mit der Expansion nach Europa tritt IndiGo in direkte Konkurrenz zu Air India, die kürzlich ebenfalls eine massive Flottenaufstockung mit Langstreckenflugzeugen angekündigt hat.

Ein wachsender Markt mit globalen Ambitionen

Indiens Luftfahrtmarkt gehört zu den am schnellsten wachsenden der Welt. Mit einem Marktanteil von 63,6 % dominiert IndiGo das Inlandssegment bereits souverän. Die Expansion auf internationale Strecken ist der nächste logische Schritt, um die Position der Airline weiter zu festigen.

Im Jahr 2023 hatte IndiGo über 100 Millionen Passagiere befördert – ein Meilenstein, der die ehrgeizigen Ziele der Fluggesellschaft unterstreicht. Pieter Elbers, der CEO von IndiGo, kündigte an, dass das Unternehmen im Jahr 2024 sogar 112 Millionen Passagiere erwartet.

Langfristige Planung mit Airbus und Boeing

Neben den kurzfristigen Plänen für die Nutzung der Boeing 787-9 Dreamliner bereitet sich IndiGo bereits auf die Lieferung ihrer neuen Airbus A350 Großraumflugzeuge vor, die ab 2027 in die Flotte aufgenommen werden sollen. Um die Zeit bis dahin zu überbrücken, setzt die Airline auf die Wet-Lease-Vereinbarungen mit Norse Atlantic Airways sowie weitere Pläne, wie die Nutzung des Airbus A321XLR.

Die größere Reichweite des A321XLR erlaubt es IndiGo, Direktflüge zu sekundären europäischen Zielen anzubieten, wodurch ein nahtloses Ergänzungssystem zwischen Langstrecken- und Mittelstreckenflügen geschaffen wird.

IndiGos strategische Ausrichtung zeigt, daß die Airline entschlossen ist, nicht nur im Inland führend zu bleiben, sondern auch international eine Schlüsselrolle einzunehmen. Der Vorstoß in den Langstreckenmarkt wird der Fluggesellschaft nicht nur neue Einnahmequellen erschließen, sondern sie auch zu einem ernstzunehmenden Akteur auf der globalen Luftfahrtbühne machen.

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