Die indische Billigfluggesellschaft IndiGo hat am 30. Mai 2025 eine großangelegte Erweiterung ihres internationalen Streckennetzes für das Jahr 2026 angekündigt. Innerhalb der nächsten zwölf Monate sollen mindestens zehn neue internationale Routen hinzukommen, wodurch die Anzahl der von IndiGo bedienten internationalen Ziele auf 50 steigen wird, wie der Vorstandsvorsitzende des Unternehmens, Pieter Elbers, auf einer Pressekonferenz im Vorfeld der Jahreshauptversammlung der International Air Transport Association (IATA) in Delhi bekanntgab.
Einige der neuen Destinationen, wie die bereits für Juli 2025 geplanten Verbindungen von Mumbai nach Manchester und Amsterdam, waren bereits bekannt. Andere Ziele kamen überraschend hinzu. IndiGo plant, seine europäische Präsenz mit Nonstop-Flügen nach London Gatwick, Athen und Kopenhagen auszubauen. Zudem will die Fluggesellschaft ihr Angebot in Südostasien mit der Aufnahme von Siem Reap in Kambodscha erweitern. In Zentralasien sollen vier neue Ziele angeflogen werden, darunter die Wiederaufnahme der Verbindungen nach Almaty und Taschkent.
Auch die Kapazitäten auf wichtigen internationalen Strecken wie Tiflis in Georgien, Denpasar auf Bali in Indonesien sowie Ho-Chi-Minh-Stadt und Hanoi in Vietnam sollen erhöht werden. Im heimischen Markt wird IndiGo den Flugbetrieb in Hindon und Adampur aufnehmen. Zudem plant das Unternehmen, die beiden neuen Großflughäfen in der Nähe von Delhi (Noida) und im Großraum Mumbai (Navi Mumbai) zu bedienen, sobald diese in Betrieb genommen werden. IndiGo rechnet sogar damit, die erste Fluggesellschaft zu sein, die den neuen Flughafen in Navi Mumbai anfliegt.
Flottenwachstum und Wet-Lease als Basis der Expansion
Um dieses Wachstum zu unterstützen, setzt IndiGo auf den kontinuierlichen Ausbau seiner Flotte. Derzeit erhält die Fluggesellschaft etwa ein neues Flugzeug pro Woche und erwartet, bis zum Jahr 2030 eine Flotte von 600 Flugzeugen zu betreiben. Für die Expansion im Langstreckenbereich hat IndiGo zudem sechs Boeing B787-Flugzeuge von Norse Atlantic Airways im Rahmen eines Wet-Lease-Abkommens angemietet. Diese Flugzeuge sollen bis 2027 als Übergangslösung dienen, bis IndiGo die ersten der 30 bestellten Airbus A350-Flugzeuge erhält. Diese Flugzeuge sowie die ebenfalls bald erwarteten Airbus A321XLR sollen das Rückgrat der Langstreckenflotte von IndiGo bilden.
Parallel dazu gab IndiGo die Unterzeichnung einer Absichtserklärung mit der Bangalore International Airport Ltd. (BIAL) zur Schaffung eines Wartungs-, Reparatur- und Überholungszentrums (MRO) am Kempegowda International Airport in Bengaluru bekannt. Diese Einrichtung, für die 31 Hektar Land bereitgestellt wurden, soll sowohl die Schmalrumpf- als auch die Großraumflugzeugflotte der Fluggesellschaft warten können. Mit dieser ambitionierten Expansion untermauert IndiGo seine Position als eine der führenden Fluggesellschaften in Indien und strebt eine bedeutendere Rolle im internationalen Luftverkehr an.