Boeing 737-800 (Foto: Konstantin von Wedelstaedt).
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Indische Luftfahrtaufsicht verwarnt Air India wegen wiederholter Verstöße

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Die indische Luftfahrtaufsichtsbehörde, die Generaldirektion für Zivilluftfahrt (DGCA), hat Air India wegen „wiederholter und schwerwiegender Verstöße“ im Zusammenhang mit der Dienstplanung und Überwachung ihrer Piloten verwarnt. Dies geht aus behördlichen Anweisungen hervor, die der Nachrichtenagentur Reuters am Samstag vorlagen. Die DGCA wies Air India an, drei Führungskräfte aus den Bereichen Crew-Planung zu entlassen: einen Abteilungsleiter, einen Hauptverantwortlichen und einen Planungsverantwortlichen.

Die Maßnahmen der DGCA stehen in direktem Zusammenhang mit Flügen von Bengaluru nach London am 16. und 17. Mai, bei denen die vorgeschriebene Piloten-Flugzeitgrenze von zehn Stunden überschritten wurde. Die am 20. Juni ergangene Anordnung benennt „systematische Fehler in Planungsprotokollen und bei der Überwachung“ und kritisiert das Fehlen strenger Disziplinarmaßnahmen gegen die verantwortlichen Beamten. Obwohl die jüngste Maßnahme der Luftfahrtbehörde nicht in Verbindung mit dem Absturz einer Air India Boeing 787-8 in diesem Monat steht, bei dem fast alle 242 Insassen ums Leben kamen, signalisirt sie eine verstärkte Überwachung der Fluggesellschaft durch die Aufsichtsbehörde.

Bereits am Donnerstag hatte Reuters berichtet, daß die Behörden Air India auch wegen Verletzungen von Sicherheitsregeln verwarnt hatten, nachdem drei Airbus-Flugzeuge trotz überfälliger Überprüfungen der Notrutschen im Betrieb waren. Die jüngste Anordnung, unterzeichnet vom stellvertretenden Betriebsdirektor der DGCA, Himanshu Srivastava, betonte die „besondere Besorgnis“ über das Fehlen strenger Disziplinarmaßnahmen gegen direkt verantwortliche Beamte. Air India teilte Reuters mit, die Anordnung der DGCA umgesetzt zu haben; der Chief Operations Officer des Unternehmens werde die direkte Aufsicht über das Integrierte Operations Control Centre übernehmen. Air India betonte sein Bestreben, „daß die Sicherheitsprotokolle und Standardpraktiken vollständig eingehalten werden“. Die DGCA bestätigte in ihrer Anordnung, daß Air India die Verstöße freiwillig gemeldet hatte.

Air India wurde im Jahre 2022 von der Tata Group übernommen und steht seitdem vor der großen Aufgabe, ihr öffentliches Image wiederherzustellen, nachdem die Fluggesellschaft jahrelang für mangelhaften Service kritisiert wurde. Die indische Aufsichtsbehörde verhängt, ähnlich wie viele internationale Pendants, regelmäßig Strafen gegen Fluggesellschaften wegen Nichteinhaltung von Vorschriften. Im vergangenen Jahr verhängte die DGCA in 23 Fällen Verwarnungen oder Geldstrafen wegen Sicherheitsverstößen gegen Fluggesellschaften; beinahe die Hälfte davon, nämlich zwölf Fälle, betrafen Air India und deren Tochtergesellschaft Air India Express. Die höchste Geldstrafe gegen Air India betrug 127.000 Dollar wegen „unzureichendem Sauerstoff an Bord“ bei einigen internationalen Flügen.

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