Die indonesische Generaldirektion für Immigration hat als weltweit erste Behörde sogenannte biometrische Korridore in Betrieb genommen, die auf der neuen „Biometrics-on-the Move“-Technologie von Amadeus basieren. Diese Innovation ermöglicht es berechtigten Reisenden, die Grenzkontrolle an den Flughäfen in Jakarta und Surabaya zu passieren, ohne physisch an einem Schalter anhalten oder Dokumente vorlegen zu müssen. Die Überprüfung der Identität erfolgt automatisch und in Bewegung mittels biometrischer Gesichtserkennung, was den Einreiseprozess von einem durch Warteschlangen geprägten Vorgang in ein schnelles und nahtloses Erlebnis verwandelt.
Die Einführung der Technologie ist Teil der umfassenden staatlichen Initiative „All Indonesia“, die eine digitale Transformation des Einreisevorgangs für internationale Reisende vorsieht. Zunächst wurden zwei biometrische Korridore am Flughafen Jakarta und ein dritter am Flughafen Surabaya eingerichtet. Diese wurden zunächst gezielt für ältere und beeinträchtigte Reisende konzipiert, um die Inklusionsziele der Regierung zu unterstützen. Reisende dieser Gruppen können sich über die „All Indonesia“-App für die Nutzung registrieren. Die App dient als zentrale digitale Plattform, die Einreise-, Zoll-, Gesundheits- und Quarantäneerklärungen zusammenfasst. Die Passagierdaten werden bereits vor Ankunft übermittelt, was es den Einwanderungsbehörden ermöglicht, Hintergrundüberprüfungen durchzuführen. Beim Passieren des Korridors wird das Gesicht gescannt und mit den gespeicherten Daten abgeglichen, um die Identität zu bestätigen.
Bevor die biometrischen Korridore für ältere und beeinträchtigte Passagiere freigegeben wurden, bewährte sich die Technologie bereits erfolgreich bei der Abwicklung der Hadsch-Pilgerfahrt, bei der Indonesien die weltweit größte Quote an Pilgern stellt. Schätzungsweise 220.000 Menschen reisten in diesem Jahr zwischen Indonesien und Saudi-Arabien. Während der Spitzenzeiten der Pilgerreise ermöglichte jeder biometrische Korridor die Abfertigung von über 30 Reisenden pro Minute. Dies entspricht einer mehr als zehnfachen Steigerung der Grenzübergangskapazität im Vergleich zu herkömmlichen biometrischen eGates. Insgesamt wurden mehr als 50.000 Hadsch-Pilger mithilfe der neuen Technologie kontrolliert.
Die Entwicklung des „Seamless Corridor“ erfolgte in Zusammenarbeit zwischen Amadeus und dem lokalen Partner PT. Sinergi Teknoglobal Perkasa. Die Lösung gilt als „Kronjuwel“ im End-to-End-Portfolio für nahtloses Reisen von Amadeus. Sie soll die Belastungsspitzen für Grenzbeamte und Flughafenmitarbeiter reduzieren, wodurch sich das Personal stärker auf Reisende mit speziellem Unterstützungsbedarf konzentrieren kann. Die indonesische Einwanderungsbehörde positioniert sich durch die Implementierung dieser biometrischen Korridore als führend im Einwanderungsmanagement.