Der Flughafen Klagenfurt befindet sich am Beginn einer umfassenden Modernisierungsphase, die den Luftfahrtstandort Kärnten technologisch und wirtschaftlich neu positionieren soll. Im Rahmen eines aktuellen Vor-Ort-Besuchs von Landeshauptmann-Stellvertreter Martin Gruber wurden die Fortschritte mehrerer Infrastrukturprojekte präsentiert, die bereits im ersten Quartal 2026 deutliche Formen annehmen.
Das Investitionsprogramm umfasst den Bau eines neuen Hubschrauberstützpunktes für Einsatzkräfte, die Errichtung eines modernen Hangars sowie eines exklusiven Business-Terminals für die allgemeine Luftfahrt. Flankiert werden diese baulichen Maßnahmen von einer positiven Entwicklung im Passagierverkehr und einer großflächigen Liegenschaftsentwicklung, die auf über 420.000 Quadratmetern neue Ansiedlungsmöglichkeiten für luftfahrtnahe Betriebe und Investoren schafft. Ziel der Maßnahmen ist es, die Erreichbarkeit des Kärntner Wirtschaftsraums zu erhöhen und die logistische Effizienz des Standorts durch neue Zufahrtswege und modernisierte Abfertigungsbereiche zu steigern.
Ausbau der operativen Infrastruktur und des General-Aviation-Bereichs
Ein zentraler Pfeiler der aktuellen Bauarbeiten ist die Erschließung der südlichen Flughafenflächen. Bisher waren diese Areale für Fahrzeuge nicht direkt zugänglich, was ihre wirtschaftliche Verwertung verhinderte. Durch den Bau einer neuen Zufahrtsstraße wird dieses logistische Hindernis nun beseitigt, wodurch die Flächen für gewerbliche Projekte attraktiv werden. Parallel dazu schreitet die Modernisierung des Terminals voran. Der Abflugbereich wird derzeit so umgestaltet, dass er neben der klassischen Passagierabfertigung künftig auch als großflächige Eventlocation genutzt werden kann. Diese multifunktionale Ausrichtung soll dem Flughafen zusätzliche Einnahmequellen außerhalb des Kernbetriebs erschließen.
Für die Einsatzkräfte und den Rettungsflugbetrieb entsteht ein spezialisierter Hubschrauberstützpunkt, der nach modernsten technischen Standards konzipiert wurde. Ergänzt wird dieses Vorhaben durch einen neuen Hangar, der zusätzlichen Platz für die Unterbringung von Fluggeräten bietet. Besonders hervorzuheben ist das neue Business-Terminal, das gezielt auf die Bedürfnisse der General Aviation zugeschnitten ist. Mit diesem Angebot möchte Klagenfurt verstärkt Privat- und Geschäftsflieger ansprechen, für die eine schnelle und diskrete Abwicklung am Boden entscheidend ist. Martin Gruber betonte während seiner Besichtigung, dass diese Investitionen als entscheidender Meilenstein zu betrachten seien, um die Wettbewerbsfähigkeit Kärntens als Wirtschaftsstandort langfristig zu sichern und hochwertige Arbeitsplätze in der Region zu schaffen.
Wachstum im Linien- und Charterverkehr für das Jahr 2026
Die operative Seite des Flughafens profitiert von einer Ausweitung der Frequenzen namhafter Airline-Partner. Für das Jahr 2026 zeichnet sich ein deutliches Wachstum der Passagierzahlen ab. Die Fluggesellschaft Eurowings wird ihre Verbindung nach Köln von zwei auf drei wöchentliche Rotationen aufstocken. Auch die Billigfluggesellschaft Ryanair verstärkt ihr Engagement in Klagenfurt erheblich. Die Verbindung zum wichtigen Drehkreuz London wird um 50 Prozent erweitert, sodass künftig drei Flüge pro Woche angeboten werden. Die beliebte Strecke nach Mallorca wird im Sommerflugplan mit fünf wöchentlichen Verbindungen bedient, was Reisenden eine hohe Flexibilität bietet.
Im Charterbereich setzt der Griechenland-Spezialist Springer Reisen neue Impulse. Das Angebot ab Klagenfurt wird verdoppelt: Neben der bestehenden Verbindung nach Paros und Naxos wird im Sommer 2026 erstmals auch Skiathos direkt angeflogen. Für die internationale Anbindung bleibt die Partnerschaft mit Austrian Airlines essenziell. Mit bis zu 13 wöchentlichen Flügen zum Hub Wien wird Klagenfurt an das weltweite Streckennetz der Lufthansa-Gruppe angebunden. Dies ermöglicht Passagieren den Zugang zu über 80 Destinationen weltweit mit kurzen Umsteigezeiten. Maximilian Wildt, Geschäftsführer des Flughafens, sieht in dieser Entwicklung eine Bestätigung für die steigende Nachfrage und die verbesserte Konnektivität des Tourismusstandortes Kärnten.
Strategische Flächenentwicklung und Investorensuche
Ein Projekt von überregionaler Bedeutung ist die Entwicklung der flughafeneigenen Liegenschaften. Mit einer Gesamtfläche von 420.000 Quadratmetern verfügt der Flughafen über eines der größten zusammenhängenden Entwicklungsareale des Landes. Seit dem Start der europaweiten Ausschreibung im September 2025 herrscht eine rege Nachfrage seitens potenzieller Investoren. Das Alleinstellungsmerkmal der Flächen liegt in der Möglichkeit einer direkten Anbindung an die Start- und Landebahn, was insbesondere für Unternehmen aus der Luftfahrtlogistik, Wartungsbetriebe oder Flugschulen von immensem Interesse ist.
Martin Payer, Vorstand der Kärntner Beteiligungsverwaltung, zeigte sich optimistisch bezüglich des weiteren Zeitplans. In der ersten Jahreshälfte 2026 sollen die ersten Vergaben von langfristigen Nutzungsrechten abgeschlossen werden. Die Auswahl der Partner erfolgt in einem transparenten, mehrstufigen Verfahren, bei dem die bestmögliche Entwicklung des Standorts im Vordergrund steht. Die Nähe zum Stadtzentrum von Klagenfurt und die direkte Anbindung an das übergeordnete Straßennetz machen die Areale zu einem attraktiven Ziel für Betriebsansiedlungen, die über die reine Luftfahrt hinausgehen und Synergieeffekte mit der regionalen Industrie ermöglichen.
Zukunftsperspektiven für den Regionalflughafen
Die Kombination aus baulicher Modernisierung, Kapazitätsausweitung im Flugplan und der strategischen Verwertung von Grundstücken soll den Flughafen Klagenfurt finanziell auf eine stabilere Basis stellen. Während die Wintermonate durch Direktverbindungen wie jene nach Hamburg geprägt sind, konzentriert sich die Strategie für das Sommerhalbjahr auf die Stärkung des touristischen Outgoings und die Erleichterung des Incomings für internationale Gäste.
Der Flughafen positioniert sich damit nicht mehr nur als reine Infrastruktureinrichtung für den Personenverkehr, sondern als integraler Bestandteil der Kärntner Standortpolitik. Die laufenden Projekte am Hubschrauberstützpunkt und am Business-Terminal sollen bis Ende 2026 weitgehend abgeschlossen sein, um die volle operative Leistungsfähigkeit pünktlich zur nächsten Hauptsaison zu gewährleisten. Die kommenden Monate werden zeigen, welche Investoren den Zuschlag für die begehrten Flächen erhalten und wie diese zur weiteren Diversifizierung des Wirtschaftsstandorts rund um den Flughafen Klagenfurt beitragen werden.