Die 66. Internationale Bootsmesse in Genua (Salone Nautico Internazionale) öffnet Anfang Oktober auf dem neu gestalteten Gelände der Waterfront di Levante ihre Tore.
Der italienische Branchenverband Confindustria Nautica präsentiert im Rahmen der sechs Tage dauernden Fachausstellung mehr als 1.000 Wasserfahrzeuge, darunter 215 Neuheiten internationaler Werften. Das Gelände, dessen Masterplan auf den Architekten Renzo Piano zurückgeht, steht den Ausstellern erstmals mit vollständig fertiggestellten Kanalanlagen und dem renovierten Palasport-Pavillon zur Verfügung. Insgesamt verzeichnet die Ausstellungsfläche im Wasser einen Zuwachs von vier Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Die Leistungsschau spiegelt die wirtschaftliche Lage der italienischen Sportbootindustrie wider, die einen Jahresumsatz von 8,6 Milliarden Euro erwirtschaftet und rund 90 Prozent ihrer Produktion in den Export bringt. Auf der diesjährigen Messe zeichnet sich eine stärkere Gewichtung größerer Einheiten ab: Die Durchschnittslänge der ausgestellten Großyachten stieg im Segmentvergleich um über 14 Prozent, während die Zahl der gezeigten Mehrrumpfboote um 28 Prozent zulegte. Um die Nachfrage im Segment der Yachten über 24 Metern Länge zu bedienen, richteten die Veranstalter gemeinsam mit der italienischen Handelsagentur den spezialisierten Ausstellungsbereich „Living Made in Italy“ ein.
Zur Intensivierung der internationalen Geschäftsbeziehungen wurde das staatlich unterstützte Einkaufsprogramm ausgeweitet. Nach Angaben des Verbandes nimmt die Zahl der akkreditierten internationalen Facheinkäufer und Großhändler von 70 auf 180 zu. Ergänzend zum öffentlichen Publikumsbereich finden Fachtagungen wie die „TechTrade Days“ statt, die als B2B-Plattform Zulieferer von Komponenten und Elektronik mit Werftvertretern und Konstrukteuren vernetzen. Das parallel laufende Fachprogramm behandelt neben Marktanalysen technologische Entwicklungen in den Bereichen künstliche Intelligenz und Zugsicherungssysteme für maritime Anwendungen.
Branchenbeobachter verweisen darauf, dass der Sportbootsektor trotz stabiler Umsätze im Großyachtbereich mit veränderten Rahmenbedingungen konfrontiert ist. Im Segment der kleineren und mittleren Freizeitboote führten gestiegene Finanzierungskosten und geopolitische Unsicherheiten auf europäischen Kernmärkten zuletzt zu einer spürbaren Kaufzurückhaltung. Die Konsolidierung des Händlernetzes sowie die Absicherung von Lieferketten bei Rohstoffen und Komponenten bleiben betriebswirtschaftliche Herausforderungen für die Werften.