Airbus A340-300 (Foto: Jan Gruber).
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Internationaler Haftbefehl gegen Hauptaktionär der Fluggesellschaft Plus Ultra erlassen

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Der spanische Justizapparat verschärft sein Vorgehen gegen die Führungsebene der Fluggesellschaft Plus Ultra Líneas Aéreas. Richter José Luis Calama vom spanischen Nationalgericht (Audiencia Nacional) hat einen internationalen Haftbefehl gegen den venezolanischen Unternehmer Rodolfo Reyes erlassen, der als Hauptaktionär der Fluggesellschaft gilt.

Dem Geschäftsmann werden schwerwiegende Delikte zur Last gelegt, darunter Veruntreuung, illegale Einflussnahme, Geldwäsche sowie die Mitgliedschaft in einer kriminellen Organisation. Wie der spanische Fernsehsender RTVE berichtet, richtet sich dieselbe strafrechtliche Maßnahme auch gegen seine Ehefrau, María Aurora López, der eine direkte Beteiligung an den Finanztransaktionen vorgeworfen wird.

Im Zentrum der richterlichen Ermittlungen stehen die Finanzströme der Fluggesellschaft nach dem Erhalt staatlicher Hilfsgelder. Im Zuge der schweren Krise des internationalen Luftverkehrs im Jahr 2021 hatte Plus Ultra eine staatliche Rettungssumme in Höhe von 53 Millionen Euro aus dem spanischen Fonds zur Unterstützung strategischer Unternehmen (SEPI) erhalten. Die Ermittler werfen Reyes vor, beträchtliche Teile dieser staatlichen Unterstützungsgelder über komplexe internationale Firmenstrukturen und Offshore-Konten ins Ausland verschoben zu haben, anstatt sie zur Stabilisierung des operativen Flugbetriebs einzusetzen. Die Kriminalpolizei prüft in diesem Zusammenhang auch ein weitreichendes Netzwerk von Scheinfirmen in Lateinamerika und der Karibik.

Die staatliche Rettung von Plus Ultra war in Spanien bereits zum Zeitpunkt der Auszahlung im Jahr 2021 politisch und medial hochgradig umstritten. Die Opposition hatte der Regierung vorgeworfen, ein Unternehmen mit minimalem Marktanteil und engen Verbindungen zu hochrangigen venezolanischen Funktionären unrechtmäßig bevorzugt zu haben. Zwar wurden frühere Verfahren wegen des Verdachts auf Subventionsbetrug zunächst eingestellt, doch die neuen Erkenntnisse der Finanzbehörden über gezielte Geldwäscheaktivitäten haben nun zu einer Wiederaufnahme und der drastischen Ausweitung der Ermittlungen geführt. Da sich das Ehepaar Reyes derzeit außerhalb des spanischen Staatsgebiets aufhalten soll, wurde der Zugriff über internationale Polizeibehörden wie Interpol eingeleitet.

Für die Fluggesellschaft Plus Ultra, die primär Langstreckenverbindungen zwischen Madrid und verschiedenen Zielen in Südamerika bedient, bedeutet das juristische Vorgehen gegen ihren Hauptaktionär eine massive Belastung des laufenden Geschäftsbetriebs und einen erheblichen Reputationsschaden. Die Justizbehörden prüfen parallel, inwieweit das operative Vermögen der Airline oder ausstehende Rückzahlungen an den spanischen Staat durch die mutmaßlichen Veruntreuungen gefährdet sind. Luftfahrtanalysten erwarten, dass der Fall weitreichende Konsequenzen für die Eigentümerstruktur der Fluggesellschaft haben wird, da Gläubiger und staatliche Stellen nun versuchen dürften, direkten Einfluss auf die Stimmrechte des blockierten Aktienpakets zu nehmen.

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