Der österreichische Tourismus verzeichnet im Sommer 2025 einen signifikanten Anstieg bei den Ausgaben internationaler Gäste durch bargeldlose Zahlungen. Laut einer Analyse der Transaktionsdaten des Zahlungsdienstleisters Global Payments gaben ausländische Besucher in diesem Zeitraum rund 644 Millionen Euro mittels Karte aus.
Dies entspricht einem Zuwachs von 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wobei die Anzahl der Transaktionen um fast 20 Prozent auf 13,8 Millionen stieg. Die Zahlen belegen eindrücklich die wachsende Bedeutung einfacher und digitaler Zahlungsmöglichkeiten für die gesamte Tourismusbranche, einschließlich Hotellerie, Gastronomie und Handel. Branchenkenner führen diesen Anstieg auf das veränderte Konsumverhalten internationaler Reisender und die gleichzeitig verbesserte Zahlungsinfrastruktur im Land zurück.
Besonders die städtischen Tourismuszentren profitierten von dieser Entwicklung. Die Städte Wien (+21,7 Prozent), Salzburg (+24,1 Prozent) und Graz (+16,8 Prozent) verzeichneten die stärksten Zuwächse bei den kartengestützten Ausgaben an den Terminals. Bei der Herkunft der Gäste dominierten Reisende aus Deutschland mit Ausgaben von 87,6 Millionen Euro das Feld, gefolgt von den Niederlanden (12,2 Mio. Euro) und Irland (10,7 Mio. Euro). Bemerkenswert ist der hohe Durchschnittsbetrag pro Kartenzahlung bei bestimmten Nationalitäten: Iren gaben mit durchschnittlich 236 Euro pro Zahlung mehr als dreimal so viel aus wie deutsche Gäste (72 Euro), was auf ein stark unterschiedliches Ausgabeverhalten hindeutet. Im Vergleich dazu verzeichnete der österreichische Tourismus insgesamt in der ersten Hälfte der Sommersaison 2025 (Mai bis Juli) mit 40,55 Millionen Nächtigungen einen neuen Höchstwert, wobei 70,4 Prozent der Übernachtungen auf Gäste aus dem Ausland zurückgingen, was die zentrale Rolle des internationalen Tourismus für Österreich unterstreicht.
Die wachsende Akzeptanz bargeldloser Zahlungsmethoden ist eng mit dem Ausbau der Infrastruktur verbunden. Österreich, das im europäischen Vergleich lange als „Bargeldland“ galt, hat die Zahl der Zahlungsterminals pro 1.000 Einwohner in den letzten Jahren rasant erhöht und liegt mit 30 Terminals nun nahe am EU-Durchschnitt. Technologische Innovationen wie Kassensysteme mit integrierter Kartenakzeptanz und die Möglichkeit, das eigene Smartphone als Terminal zu nutzen, vereinfachen insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen den Einstieg in das bargeldlose Geschäft. Dieses Aufholen ist ein wichtiger Faktor, da Gäste aus dem Ausland – ob in der Stadt oder auf dem Land – die Möglichkeit zur Kartenzahlung als Standard erwarten. Mobile Transaktionen über Smartphone und Wearables verzeichneten im Sommer 2025 zudem ein zweistelliges Wachstum, was den Trend zu digitalen Bezahlformen zusätzlich befeuert.
Die positiven Ergebnisse der Sommersaison, kombiniert mit der zunehmenden Bereitschaft der Gäste zur Kartenzahlung, lassen auch optimistische Erwartungen für die Wintersaison aufkommen. Insbesondere die Skiregionen werden voraussichtlich davon profitieren, da internationale Besucher voraussichtlich ihre Ausgaben für Skipässe, Unterkünfte, Gastronomie und Abendunterhaltung verstärkt bargeldlos abwickeln werden. Dies sichert zusätzliche Umsätze und stärkt die wirtschaftliche Basis der touristisch geprägten Regionen. Die fortlaufende Modernisierung der Zahlungslösungen ist damit ein entscheidender Wirtschaftsfaktor für den österreichischen Tourismus.