Die israelische Fluggesellschaft Israir Airlines leitet eine weitreichende Neuausrichtung ihres Streckennetzes ein und kehrt nach jahrzehntelanger Abwesenheit in das Langstreckengeschäft zurück. Das Unternehmen hat sein erstes Großraumflugzeug vom Typ Airbus A330-200 offiziell übernommen.
Die Maschine, die zuvor für die US-amerikanische Fluggesellschaft American Airlines betrieben wurde, landete nach einem Überführungsflug aus den Vereinigten Staaten und einem kurzen Zwischenstopp auf Zypern auf dem Flughafen Ben Gurion in Tel Aviv. Das Flugzeug trägt das israelische Luftfahrzeugkennzeichen 4X-BAK.
Mit der Einflottung dieses ersten Airbus A330-200 betreibt die primär auf Kurz- und Mittelstrecken spezialisierte Israir seit fast 20 Jahren wieder ein eigenes Großraumflugzeug. Die Expansion ist Teil eines umfassenden Flottenprogramms: Ein baugleiches zweites Langstreckenflugzeug mit der Registrierung 4X-BAL soll in naher Zukunft in Israel eintreffen. Das Gesamtinvestitionsvolumen für das Leasing und die Bereitstellung der beiden Maschinen beläuft sich auf rund 85 Millionen US-Dollar, was nach aktuellem Wechselkurs etwa 73 Millionen Euro entspricht. Bislang stützte sich das Unternehmen im operativen Geschäft ausschließlich auf eine homogene Flotte von Airbus A320-Schmalrumpfflugzeugen.
Die Beschaffung der größeren Flugkapazitäten dient dem strategischen Ziel, erstmals seit mehr als zehn Jahren wieder Linienflüge auf der interkontinentalen Langstrecke anzubieten. Israir plant, bereits Anfang August 2026 eine neue Nonstop-Verbindung zwischen Tel Aviv und dem Flughafen New York-JFK aufzunehmen. Mit diesem Schritt bricht die Fluggesellschaft das bestehende Quasimonopol auf dieser stark frequentierten Route auf, die bislang im Direktflugverkehr fast ausschließlich von El Al sowie den US-Fluggesellschaften bedient wurde. Branchenexperten sehen in dem Vorhaben einen ambitionierten Versuch, Marktanteile im lukrativen transatlantischen Reiseverkehr zu gewinnen.