Die italienische Fluggesellschaft ITA Airways hat die geplante Wiederaufnahme von Direktflügen in die venezolanische Hauptstadt Caracas verschoben. Der ursprünglich für Oktober 2026 vorgesehene Betriebsstart wird nun für den Zeitraum März oder April 2027 angestrebt.
Grund für die Verzögerung sind Infrastrukturschäden am Flughafen Caracas-Maiquetía, die durch zwei Erdbeben in der Region verursacht wurden und umfangreiche Reparaturarbeiten an den Terminals sowie auf den Rollfeldern erforderlich machen.
Die Verbindung von Rom-Fiumicino nach Caracas besitzt traditionell eine hohe Bedeutung für den Personenverkehr zwischen Italien und Venezuela, da in dem südamerikanischen Land eine große italienischstämmige Gemeinschaft lebt. Vor der Insolvenz und Betriebseinstellung der Vorgängergesellschaft Alitalia wurde die Strecke regelmäßig ab Rom sowie ab Mailand-Malpensa bedient. Nach Jahren politischer und wirtschaftlicher Isolation Venezuelas nehmen internationale Fluggesellschaften den Markt schrittweise wieder in ihre Streckennetze auf.
Mit der Wiederaufnahme der Route strebt ITA Airways eine Konsolidierung ihres Langstreckennetzes in Lateinamerika an, wo die Airline bereits Destinationen wie Buenos Aires, São Paulo und Rio de Janeiro anfliegt. Die Verschiebung unterstreicht jedoch die operativen Risiken im südamerikanischen Markt, der neben tektonischen Unwägbarkeiten weiterhin durch Währungsschwankungen und unregelmäßige Flughafeninfrastrukturen geprägt ist.
Luftfahrtanalysten weisen darauf hin, dass die Streckenplanung für 2027 eng mit der fortschreitenden Integration von ITA Airways in die Lufthansa-Gruppe zusammenhängt. Nach dem behördlich genehmigten Einstieg des deutschen Luftfahrtkonzerns wird das Streckennetz der italienischen Gesellschaft auf die Drehkreuze Frankfurt, München und Zürich abgestimmt, um Zubringerströme aus ganz Europa für die Südamerika-Verbindungen zu nutzen.