Der für den gestrigen 16. Februar 2026 geplante Generalstreik im italienischen Luftverkehr wurde kurzfristig um zehn Tage verschoben. Die beteiligten Gewerkschaften beugten sich einer offiziellen Anordnung des Verkehrsministeriums in Rom und verlegten den 24-stündigen Arbeitskampf auf den 26. Februar. Ziel der staatlichen Intervention war es, massive Beeinträchtigungen im Reiseverkehr während der laufenden Olympischen Winterspiele in Italien zu verhindern. Die Regierung nutzte hierfür ihre rechtlichen Befugnisse zur Sicherstellung essenzieller öffentlicher Dienstleistungen, um ein drohendes Chaos an den großen Drehkreuzen wie Rom-Fiumicino und Mailand-Malpensa abzuwenden.
Von dem ursprünglich angekündigten Ausstand wären zahlreiche Fluggesellschaften betroffen gewesen, darunter der nationale Anbieter ITA Airways sowie die europäischen Günstigflieger Easyjet und Vueling. Die Gewerkschaften fordern seit Monaten den Abschluss neuer Kollektivverträge für das Bodenpersonal sowie verbesserte Arbeitsbedingungen für das Kabinenpersonal. Trotz mehrfacher Verhandlungsrunden konnten die Differenzen zwischen den Arbeitgeberverbänden und den Arbeitnehmervertretern bisher nicht beigelegt werden. Das Verkehrsministerium betonte, dass die Aufrechterhaltung der nationalen Mobilität während internationaler Großereignisse Vorrang vor dem Streikrecht habe.
Die Lage im italienischen Luftraum bleibt trotz der Verschiebung angespannt. Für den neuen Termin am 26. Februar wird mit erheblichen Flugausfällen und Verspätungen im gesamten Land gerechnet. Experten gehen davon aus, dass auch der Flughafenbetrieb durch den Ausstand von Sicherheitskräften und Gepäckabfertigern weitgehend zum Erliegen kommen könnte. Zudem schwebt ein weiterer Konflikt über der Branche: Die Fluglotsen der staatlichen Flugsicherung Enav planen für den März ebenfalls Arbeitsniederlegungen, sollten ihre Forderungen nach personeller Aufstockung und Gehaltsanpassungen nicht erfüllt werden.
Passagiere, die in den kommenden Wochen Reisen von oder nach Italien planen, müssen sich auf eine Phase der Unsicherheit einstellen. Die Fluggesellschaften haben bereits damit begonnen, Umbuchungsmöglichkeiten anzubieten, warnen jedoch vor begrenzten Kapazitäten am neuen Streiktermin. Die italienische Luftfahrtbehörde ENAC überwacht die Situation genau und weist darauf hin, dass im Falle eines 24-stündigen Streiks lediglich gesetzlich garantierte Notflüge, etwa für medizinische Notfälle oder staatliche Aufgaben, durchgeführt werden können. Ein Ende der Tarifauseinandersetzungen ist derzeit nicht in Sicht.