Der Wettbewerb auf dem europäischen Fernbusmarkt hat sich durch den Markteintritt des italienischen Anbieters Itabus in Österreich weiter verschärft. Seit dem 16. Oktober 2025 bedient das Unternehmen, das in Italien als direkter Rivale von Flixbus gilt, erstmals drei zentrale österreichische Städte: die steirische Landeshauptstadt Graz sowie die Kärntner Verkehrsknotenpunkte Klagenfurt und Villach. Mit dem Ausbau des Streckennetzes über die italienischen Grenzen hinaus setzt Itabus seine Internationalisierungsstrategie fort und positioniert sich als wichtiger Akteur im grenzüberschreitenden Personenverkehr zwischen Italien und Zentraleuropa.
Die Expansion umfasst die Aufnahme von täglich jeweils zwei Fahrten zu jedem der drei österreichischen Ziele. Die neuen Verbindungen konzentrieren sich auf eine effiziente Verknüpfung der Alpen-Adria-Region und bieten Reisenden eine kostengünstige Alternative, insbesondere auf Strecken, die im Bahnverkehr Umstiege erfordern. Francesco Fiore, Geschäftsführer von Itabus, unterstrich die Bedeutung dieses Schrittes: „Nach der erfolgreichen Konsolidierung auf dem italienischen Markt investieren wir jetzt stark im Ausland – und das ist erst der Anfang. Weitere europäische Ziele sind bereits in Planung.“ Das Unternehmen, das derzeit eine Flotte von 100 Bussen betreibt und 112 Städte in Italien bedient, setzt auf eine Kombination aus günstigen Preisen und einem dichten Netz.
Der Fahrplanfokus: Tägliche Verbindungen nach Kärnten und in die Steiermark
Die neuen Routen von Itabus sind klar auf die Anbindung der südösterreichischen Städte an wichtige italienische Metropolen und Verkehrsdrehkreuze zugeschnitten. Das Angebot umfasst tägliche Doppelfahrten zu jedem der drei Standorte.
Die Anbindung von Klagenfurt
Die Kärntner Landeshauptstadt Klagenfurt ist seit dem 16. Oktober täglich zweimal mit direkten Verbindungen aus zentralen und norditalienischen Regionen erreichbar. Die Busse fahren unter anderem ab Rom, Florenz, Venedig und Udine, wodurch ein direkter Link von der italienischen Hauptstadt, der Toskana und der Region Friaul-Julisch Venetien in den Süden Österreichs geschaffen wird.
- Beispielhafte Streckenführung (Auszug):
- Rom – Florenz – Venedig – Udine – Klagenfurt
Die Anbindung von Graz
Die steirische Landeshauptstadt Graz, die als wichtiger Verkehrsknotenpunkt in den südosteuropäischen Korridoren gilt, profitiert ebenfalls von zwei täglichen Fahrten. Diese Verbindungen stellen nicht nur eine Achse nach Italien her, sondern vernetzen Graz auch mit Slowenien. Graz wird täglich zweimal von Neapel, Rom, Triest sowie der slowenischen Hauptstadt Ljubljana aus angesteuert. Die Route über Ljubljana unterstreicht die regionale Vernetzungsstrategie von Itabus in der Alpen-Adria-Region.
- Beispielhafte Streckenführung (Auszug):
- Neapel – Rom – Triest – Ljubljana – Graz
Die Anbindung von Villach
Villach, als bedeutender Verkehrsknotenpunkt in Kärnten und direkter Nachbar Italiens, wird ebenfalls täglich mit zwei Fahrten in das Netz integriert. Die Busse nach Villach starten von Rom, Siena, Bologna, Venedig und Udine aus. Die Anbindung über Bologna und Siena stellt eine direkte Verbindung von der Emilia-Romagna und der Toskana her und festigt Villachs Rolle als wichtiges Tor nach Italien.
- Beispielhafte Streckenführung (Auszug):
- Rom – Siena – Bologna – Venedig – Udine – Villach
Die Busse bedienen damit gezielt Regionen in Österreich, die eine hohe Nachfrage im Freizeit- und Berufsverkehr nach Italien aufweisen.
Intermodale Reisefreiheit durch Kooperation
Ein besonderes Merkmal des Itabus-Angebots ist die strategische Kooperation mit dem privaten italienischen Hochgeschwindigkeitszugbetreiber Italo. Diese Allianz ermöglicht es Reisenden, intermodale Fahrten zu buchen, bei denen die Vorteile beider Verkehrsmittel kombiniert werden.
Praktisch bedeutet dies, dass Fahrgäste beispielsweise die schnellen Achsen innerhalb Italiens mit dem Italo-Zug bis zu einem Knotenpunkt wie Venedig Mestre nutzen können und von dort aus nahtlos mit dem Itabus ihre Reise nach Österreich fortsetzen können. Diese Kombination ist selbstverständlich auch in umgekehrter Richtung möglich. Das Besondere daran ist die einfache Handhabung: Itabus bietet für diese intermodalen Reisen ein einheitliches Ticket an, das für beide Verkehrsmittel gültig ist. Dies vereinfacht den Buchungsprozess erheblich und positioniert Itabus als umfassenden Mobilitätsdienstleister, der die Schiene und die Straße intelligent miteinander vernetzt. Die Strategie zielt darauf ab, die Stärken des Busverkehrs – die Flexibilität und die niedrigeren Betriebskosten auf spezifischen grenzüberschreitenden Strecken – mit der Geschwindigkeit des Hochgeschwindigkeitszuges auf den italienischen Hauptstrecken zu verbinden.
Marktdruck und Perspektiven der Expansion
Der Start der Verbindungen am 16. Oktober 2025 in Graz, Klagenfurt und Villach ist ein offensiver Schritt in den zentral-europäischen Markt und erhöht den Konkurrenzdruck auf den etablierten Fernbusanbieter Flixbus. Itabus setzt dabei auf günstige Preise als zentrales Verkaufsargument und bedient Strecken, die nicht immer optimal über das Schienennetz abgedeckt sind.
Die Expansion nach Österreich ist Teil einer umfassenderen Internationalisierungsstrategie. Das Unternehmen plant nach eigenen Angaben weitere europäische Ziele, was darauf hindeutet, dass die österreichischen Verbindungen als Sprungbrett für eine weitere Ausdehnung in den zentraleuropäischen Raum dienen sollen. Diese Marktoffensive belegt das anhaltend starke Wachstumspotenzial im europäischen Fernbussektor und kommt den Verbrauchern zugute, indem sie mehr Auswahl, höhere Frequenzen und potenziell niedrigere Preise für grenzüberschreitende Reisen ermöglicht. Die Fokussierung auf die Verbindung von städtischen Zentren in Österreich mit wichtigen italienischen Metropolen stärkt die gesamte Reiseinfrastruktur in der Alpen-Adria-Region.