Boeing 737-800 (Foto: Masakatsu Ukon).
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Jeju Air-Boeing 737: Fehlende Blackbox-Daten erschweren Untersuchung

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Der Absturz einer Boeing 737-800 der südkoreanischen Fluggesellschaft Jeju Air am 29. Dezember 2024 auf dem Muan International Airport hat weltweit für Bestürzung gesorgt. Von den 181 Personen an Bord überlebten nur zwei. Eine vollständige Klärung der Unglücksursache wird durch den Ausfall der Blackbox-Aufzeichnungen erheblich erschwert, wie die südkoreanischen Behörden mitteilten.

Die Untersuchung der Flugschreiber ergab, daß sowohl der Flugdatenschreiber (Flight Data Recorder, FDR) als auch der Cockpit-Stimmenrekorder (Cockpit Voice Recorder, CVR) lediglich Daten bis vier Minuten vor dem Aufprall aufzeichneten. Das Flugzeug stürzte um 09:03 Uhr ab, doch die letzten aufgezeichneten Informationen endeten bereits um 08:59 Uhr. Der Verlust dieser entscheidenden Daten lenkt den Fokus der Ermittlungen auf alternative Informationsquellen wie Aufzeichnungen der Flugsicherung, Videoüberwachungsaufnahmen und die Analyse von Wrackteilen am Unglücksort.

Vermutete Ursachen: Technisches Versagen oder externe Einflüsse?

Die südkoreanischen Behörden prüfen mehrere mögliche Szenarien. Sim Jai-dong, ein ehemaliger Ermittler des südkoreanischen Verkehrsministeriums, erklärte, daß der plötzliche Ausfall der Blackbox auf einen vollständigen Energieverlust im Flugzeug hindeuten könnte. Diese Annahme läßt auf schwerwiegende technische Probleme schließen, möglicherweise ausgelöst durch einen Kurzschluß oder eine plötzliche Unterbrechung der Energieversorgung.

Zusätzlich wird untersucht, ob äußere Einflüsse eine Rolle gespielt haben könnten. Ein Vogelschlag, der insbesondere während des Landeanflugs eine Gefahr darstellt, könnte einen Triebwerksausfall verursacht haben. Ein weiterer Ansatzpunkt ist ein mögliches Versagen des Fahrwerks. Bei der Notlandung kam das Flugzeug auf dem Bauch zum Stillstand, was auf Probleme mit der Fahrwerkshydraulik oder einen mechanischen Defekt hindeuten könnte. Auch eine unzureichende Wartung der Start- und Landebahn wird geprüft.

Internationale Unterstützung bei der Untersuchung

Das National Transportation Safety Board (NTSB) der Vereinigten Staaten war in die Bergung und Analyse der Blackbox-Daten involviert, konnte jedoch die fehlenden Aufzeichnungen nicht wiederherstellen. Der internationale Charakter der Ermittlungen unterstreicht die Komplexität des Vorfalls, insbesondere da die Boeing 737 ein weltweit eingesetztes Flugzeugmodell ist und ähnliche technische Probleme auch andere Betreiber betreffen könnten.

Überlebende und Augenzeugenberichte

Die beiden Überlebenden des Unglücks, ein Besatzungsmitglied und ein Passagier, befinden sich nach wie vor in kritischem Zustand. Ihre Aussagen könnten jedoch entscheidende Hinweise auf die Ereignisse an Bord der Maschine liefern. Erste Augenzeugenberichte deuten darauf hin, daß das Flugzeug während der Landung ungewöhnliche Manöver ausführte, möglicherweise um eine Kollision zu vermeiden.

Sicherheitsimplikationen für die Luftfahrt

Der Absturz wirft grundlegende Fragen zur Sicherheit älterer Flugzeugmodelle und zur Effektivität von Blackbox-Systemen auf. Das betroffene Flugzeug war 16 Jahre alt und hatte zahlreiche Flugstunden absolviert. Experten fordern angesichts des Vorfalls eine strengere Kontrolle der Wartungsstandards und eine Modernisierung der Aufzeichnungssysteme, um solche Datenverluste künftig zu verhindern.

Die fehlenden Daten der Blackbox stellen die Ermittler vor erhebliche Herausforderungen. Dennoch bleibt die umfassende Analyse aller verfügbaren Informationen die oberste Priorität, um die genauen Umstände des tragischen Unfalls zu ermitteln. Das Ergebnis der Untersuchungen wird nicht nur für die Opfer und ihre Angehörigen von Bedeutung sein, sondern auch wichtige Erkenntnisse für die weltweite Luftfahrtsicherheit liefern.

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