Die britische Fluggesellschaft und der zugehörige Reiseveranstalter Jet2.com beziehungsweise Jet2holidays haben ihr Flugprogramm für die Wintersaison 2026/27 ausgebaut. Das Unternehmen erhöht die angebotene Gesamtkapazität um 8,7 Prozent im Vergleich zur vorangegangenen Winterperiode auf insgesamt 6,3 Millionen Sitzplätze.
Das Streckennetz umfasst in der kommenden Wintersaison 42 Destinationen, wobei 34 neue Verbindungen und drei neue Ziele in den Flugplan aufgenommen werden. Das Programm adressiert schwerpunktmäßig klassische Warmwasserziele in Ägypten und Nordafrika sowie europäische Städtereise- und Wintersportziele.
Zu den Neuaufnahmen im Streckennetz zählen unter anderem Verbindungen nach Sharm El Sheikh und Hurghada in Ägypten sowie zusätzliche Frequenzen nach Marokko und auf die Atlantikinseln La Palma und Madeira. Im Segment der Städtereisen und Wintersportdestinationen ergänzt die elsässische Metropole Straßburg das Portfolio. Zudem werden Frequenzen zu bestehenden Zielen wie Wien, Innsbruck, Kopenhagen, Tallinn, Grenoble und Turin aufgestockt. Einen wesentlichen Schwerpunkt der kapazitären Aufstockung bildet die Basis am Flughafen London-Gatwick, von wo aus die Fluggesellschaft erstmals ein Winterprogramm anbietet und direkt 13 neue Strecken einrichtet.
Die Kapazitätserweiterung erfolgt vor dem Hintergrund eines anhaltenden Wettbewerbsdrucks im britischen Touristik- und Low-Cost-Segment. Durch die Eröffnung neuer Strecken ab London-Gatwick tritt Jet2 in direktere Konkurrenz zu etablierten Wettbewerbern wie Easyjet und British Airways, die am zweitgrößten Flughafen der britischen Hauptstadt traditionell starke Marktanteile halten. Der parallele Ausbau an regionalen Abflugfedern in Großbritannien wie Manchester, Birmingham und Leeds Bradford soll das Einzugsgebiet des Reiseveranstalters im Pauschalreisegeschäft sichern.
Branchenbeobachter verweisen darauf, dass die Bereitstellung von über 500.000 zusätzlichen Sitzplätzen im Winterhalbjahr mit betrieblichen Risiken hinsichtlich der Sitzladefaktoren und der Ertragsentwicklung verbunden ist. Die Nachfrage nach Urlaubsreisen im Winter bleibt anfällig für schwankende Konsumausgaben und steigende Flugnebenkosten. Für die Fluggesellschaft wird die Auslastung der neu eingeführten Strecken ab London-Gatwick entscheidend dafür sein, ob sich das erweiterte Ganzjahresmodell wirtschaftlich trägt.