Die US-amerikanische Fluggesellschaft Jetblue Airways hat ihre Finanzprognose für das laufende zweite Quartal des Geschäftsjahres modifiziert. Aufgrund der jüngsten Entwicklungen an den internationalen Rohstoffmärkten rechnet die Fluggesellschaft mit spürbar höheren Treibstoffaufwendungen.
Die Kerosinkosten werden nun auf 4,26 bis 4,36 US-Dollar je Gallone geschätzt, was eine deutliche Anhebung gegenüber der vorherigen Schätzung darstellt, die noch bei 4,13 bis 4,28 US-Dollar gelegen hatte. Treibstoffkosten bilden traditionell einen der größten Posten bei den operativen Betriebsausgaben von Luftfahrtunternehmen, weshalb Preissteigerungen in diesem Bereich unmittelbare Auswirkungen auf die Gewinnmargen haben.
Trotz des Kostendrucks auf der Ausgabenseite blickt Jetblue optimistischer auf die Einnahmeentwicklung. Das Unternehmen hob parallel seine Erlösprognose an und erwartet nun ein Wachstum des Umsatzes je verfügbarem Sitzkilometer (RASM) von neun bis zwölf Prozent. Zuvor war das Management von einer Steigerung zwischen sieben und elf Prozent ausgegangen. Das veränderte Konsumverhalten in den USA sowie eine anhaltend stabile Nachfrage im Inlands- und Freizeitverkehr stützen diese positive Entwicklung auf der Einnahmenseite zum Beginn der reisestarken Sommerperiode.
Das Management von Jetblue geht davon aus, mindestens 40 Prozent der gestiegenen Kerosinkosten durch gezielte Ertragsverbesserungen im operativen Geschäft auffangen zu können. Eine wesentliche Rolle bei diesem Kompensationsprozess spielen veränderte Marktstrukturen im US-amerikanischen Low-Cost-Segment. Nach der Insolvenz des Konkurrenten Spirit Airlines konnte Jetblue erhebliche Mehrerlöse auf Strecken verbuchen, die zuvor von dem Mitbewerber bedient worden waren. Die Konsolidierung auf dem Markt führte zu einer Kapazitätsverknappung auf wichtigen Hauptrouten, was Jetblue eine stärkere Preissetzungsmacht bei der Ticketbuchung einbrachte.
Zusätzliche Branchenanalysen verdeutlichen, dass Jetblue nach dem gerichtlich blockierten Zusammenschluss mit Spirit Airlines nun verstärkt auf ein eigenständiges organisches Wachstum setzen muss. Durch die Neuausrichtung des Streckennetzes zieht sich die Airline zunehmend aus unrentablen Märkten zurück und konzentriert ihre Flotte auf ertragsstarke Drehkreuze wie den Flughafen New York-JFK, Boston und ausgewählte Verbindungen nach Florida und in die Karibik. Finanzexperten werten die angehobene Erlösprognose als wichtiges Signal an die Wall Street, dass die Fluggesellschaft auch ohne eine Großfusion in der Lage ist, ihre Ertragskraft in einem von volatilen Rohstoffpreisen geprägten Marktumfeld zu festigen.