Airbus A330 (Foto: Steffen Lorenz).
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Kanadische Behörde lehnt mehr Turkish-Airlines-Flüge ab

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Die kanadische Transportbehörde hat den Antrag von Turkish Airlines auf fünf zusätzliche wöchentliche Flüge zwischen der Türkei und Kanada für die IATA-Sommersaison 2025 abgelehnt. Die Entscheidung stellt einen Rückschlag für die türkische Fluggesellschaft dar, die ihre Präsenz auf dem kanadischen Markt weiter ausbauen wollte.

Turkish Airlines hatte beantragt, eine zusätzliche Verbindung zwischen Istanbul und Toronto Pearson, zwei weitere Flüge nach Montréal Trudeau sowie einen nach Vancouver International zwischen dem 1. April und dem 31. Oktober 2025 zu betreiben. Bereits im Vorjahr hatte die Transportbehörde eine zusätzliche Frequenz zwischen Istanbul und Toronto genehmigt, die zwischen dem 1. Mai und dem 31. Oktober 2024 operiert werden durfte.

Die Transportbehörde entschied jedoch dieses Mal, daß eine weitere Erweiterung der außerhalb der bilateralen Vereinbarung liegenden Flugrechte das ausgehandelte Regime zwischen Kanada und der Türkei erheblich verändern würde. In ihrer Stellungnahme betonte die Behörde, daß solche Anpassungen nur innerhalb laufender Verhandlungen erfolgen könnten.

Hintergrund des Luftverkehrsabkommens

Das derzeitige Luftverkehrsabkommen zwischen Kanada und der Türkei gewährt beiden Ländern das Recht, jeweils bis zu 12 wöchentliche Flüge für ihre ausgewählten Fluggesellschaften zu genehmigen. Laut aktuellen Flugplandaten ist Turkish Airlines derzeit die einzige Fluggesellschaft, die Direktflüge zwischen beiden Ländern anbietet. Eine Ausnahme bildet Biman Bangladesh Airlines, die eine sogenannte „Fifth-Freedom-Route“ von Dhaka nach Toronto mit einem Zwischenstopp in Istanbul betreibt.

Air Canada, die bis 2017 Direktflüge von Kanada in die Türkei anbot, hat sich aus diesem Markt zurückgezogen und kämpft seither um die Aufrechterhaltung des bilateralen Gleichgewichts. Wäre der Antrag von Turkish Airlines genehmigt worden, hätte dies eine Erhöhung der erlaubten Kapazität um 42 Prozent bedeutet. In einer Stellungnahme argumentierte Air Canada, daß eine solche Ausweitung „unangemessen exzessiv“ wäre und nicht im Rahmen einer außerhalb der bilateralen Vereinbarung erteilten Genehmigung erfolgen könne.

Gegenwind von kanadischen Fluggesellschaften und Flughäfen

Die Ablehnung des Antrags erfolgte nicht nur aufgrund regulatorischer Beschränkungen, sondern auch auf Druck kanadischer Unternehmen. Neben Air Canada sprachen sich auch Air Transat, Aéroports de Montréal und die Greater Toronto Airports Authority gegen die Erweiterung der Flugrechte für Turkish Airlines aus. Diese Unternehmen argumentierten, daß eine weitere Erhöhung der Kapazitäten für die türkische Fluggesellschaft den kanadischen Markt verzerren könnte.

Die Entscheidung der Transportbehörde folgt einem allgemeinen Trend, wonach Kanada seine Luftfahrtpolitik strikt an bestehende bilaterale Vereinbarungen bindet. Obwohl die Nachfrage nach Flügen zwischen der Türkei und Kanada in den letzten Jahren gestiegen ist, bleibt der Luftverkehr zwischen beiden Ländern durch festgelegte Rahmenbedingungen limitiert.

Zukunftsperspektiven für Turkish Airlines in Kanada

Trotz der Ablehnung bleibt Turkish Airlines ein bedeutender Akteur im Luftverkehr zwischen der Türkei und Kanada. Die Fluggesellschaft bietet derzeit die höchste Frequenz auf dieser Strecke an und profitiert von der wachsenden Passagiernachfrage. Die Airline könnte in Zukunft darauf setzen, durch diplomatische Verhandlungen eine Erweiterung des Luftverkehrsabkommens zu erreichen.

Die kanadische Transportpolitik stellt ausländische Fluggesellschaften jedoch vor Herausforderungen. Da Veränderungen der bilateralen Vereinbarungen oft langwierige Verhandlungen erfordern, bleibt abzuwarten, ob Turkish Airlines in den kommenden Jahren eine Erhöhung ihrer Kapazitäten realisieren kann. Bis dahin bleibt das Unternehmen auf die bestehenden 12 wöchentlichen Flüge beschränkt.

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