Die südkoreanische Fluggesellschaft Korean Air führt im kommenden Nordwinter eine neue Direktverbindung zwischen ihrem Drehkreuz Seoul-Incheon und der australischen Metropole Melbourne ein.
Der saisonale Flugdienst wird vom 18. Dezember 2026 bis zum 14. März 2027 dreimal wöchentlich an den Verkehrstagen Mittwoch, Freitag und Sonntag angeboten. Zum Einsatz kommt dabei Langstreckenfluggerät vom Typ Boeing 787-9. Der Hinflug startet morgens in Seoul und erreicht Melbourne am Abend, während der Rückflug als Nachtverbindung konzipiert ist.
Mit dem temporären Angebot reagiert die Fluggesellschaft auf die saisonal erhöhte Nachfrage im Reiseverkehr zwischen Ostasien und Australien während der Wintermonate der Nordhalbkugel. Die Verbindung ergänzt das ganzjährige Netz von Korean Air auf den Routen nach Sydney und Brisbane. Melbourne als bevölkerungsstarke Metropole zieht neben Urlaubs- und Geschäftsreisenden auch einen erheblichen Anteil an Bildungs- und Besuchsverkehr an, der von der direkten Anbindung profitiert.
Die Wiederaufnahme und Intensivierung von Australien-Routen erfolgt im Kontext der angestrebten Übernahme von Asiana Airlines durch Korean Air. Die behördlichen Genehmigungen für diesen Zusammenschluss waren an Auflagen geknüpft, die unter anderem die Freigabe von Slot-Kontingenten auf wettbewerbsintensiven Pazifikstrecken vorsahen. Auf der Verbindung zwischen Seoul und Melbourne steht Korean Air im Wettbewerb mit anderen pazifischen Carriern sowie Qantas und Asiana, die ebenfalls saisonale oder indirekte Kapazitäten auf dem Markt bereitstellen.
Ob sich das saisonale Angebot zu einer ganzjährigen Linienverbindung entwickelt, hängt von der dauerhaften Ertragslage ab. Marktbeobachter verweisen darauf, dass Direktflüge auf Langstrecken mit hohen Treibstoff- und Personalkosten verbunden sind und eine konstant hohe Auslastung in allen Buchungsklassen erfordern. Insbesondere die Preissensibilität des Touristenverkehrs stellt für Fluggesellschaften auf dieser Distanz eine betriebswirtschaftliche Herausforderung dar.