Terminal 1 am Flughafen München (Foto: Jan Gruber).
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Kapazitätserweiterung am Drehkreuz: Flughafen München nimmt neues Parkhaus P8 in Betrieb

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Die Flughafen München GmbH hat am 1. September 2026 das neu errichtete Parkhaus P8 offiziell in den regulären Betrieb übernommen.

Das achtgeschossige Bauwerk stellt rund 3.700 zusätzliche Stellplätze in unmittelbarer Gehdistanz zu den beiden Passagier-Terminals 1 und 2 bereit. Der Ersatzneubau entstand am Standort eines zurückgebauten Vorgängerbauwerks und soll dem steigenden Individualverkehr im landseitigen Bereich des zweitgrößten deutschen Verkehrsflughafens begegnen.

Die Infrastruktur des Gebäudes nutzt digitale Steuerungs- und Zugangsverfahren. Passagiere können Stellplätze vorab online reservieren und die Einfahrt schrankenlos über automatische Kennzeichenerkennung abwickeln. Zur Ausstattung gehören in der ersten Betriebsphase rund 50 Ladepunkte für Elektrofahrzeuge, deren Ausbau bei steigender Nachfrage schrittweise vorgesehen ist. Nach Angaben des Leiters der Sparte Services & Parken, Florian Mayr-Léonard, zielt das Parkraumkonzept darauf ab, die Anreisezeiten der Fluggäste zu verkürzen und die Abwicklung der Fahrzeugströme am Flughafenareal zu strukturieren.

Der Neubau erfolgt vor dem Hintergrund eines anhaltenden Aufholprozesses bei den Passagierzahlen in München, wo das Vorpandemieniveau im internationalen Umsteigeverkehr bislang noch nicht vollständig wiedererreicht wurde. Für die Flughafengesellschaft stellt die Vermietung von Parkflächen eine wesentliche Einnahmequelle im Nicht-Luftfahrt-Bereich (Non-Aviation) dar, die zur Deckung der hohen fixen Betriebskosten der Infrastruktur beiträgt. Mit dem Ausbau der Parkkapazitäten reagiert das Management zudem auf den steigenden Anteil von Fluggästen aus dem süddeutschen und österreichischen Einzugsgebiet, die mit dem privaten Kraftfahrzeug anreisen.

Verkehrskritiker merken jedoch an, dass der stetige Ausbau von Parkhausstrukturen an Großflughäfen Fehlanreize im Modalsplit setzt und den Umstieg auf den öffentlichen Schienenverkehr hemmt. Die Bahnanbindung des Münchner Flughafens gilt im Vergleich zu anderen europäischen Drehkreuzen seit Jahren als Schwachstelle, da ein direkter Anschluss an den Fernverkehr der Deutschen Bahn weiterhin fehlt. Vor diesem Hintergrund bleibt die PKW-Anreise für viele Passagiere die bevorzugte Option, was die Flughafengesellschaft zur ständigen Anpassung ihrer Kapazitäten zwingt.

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