Das tschechische Verkehrsunternehmen RegioJet hat eine signifikante Erweiterung seines Fuhrparks bekannt gegeben und setzt dabei verstärkt auf den Einsatz von modernen Doppeldecker-Bussen des Herstellers Setra. Insgesamt zehn neue Fahrzeuge der Baureihe S 531 DT werden ab sofort in Betrieb genommen.
Während diese Bustypen bisher vornehmlich auf internationalen Langstrecken nach Deutschland oder Österreich eingesetzt wurden, kommen sie nun verstärkt auf hochfrequentierten tschechischen Inlandsrouten zum Einsatz. Hierzu zählen insbesondere die Verbindungen von Prag nach Brünn, Karlsbad und Krummau sowie die Strecke zwischen Brünn und Ostrau. Mit dieser Investition reagiert das Unternehmen des Unternehmers Radim Jančura auf das stetig wachsende Passagieraufkommen im nationalen Linienverkehr.
Die neuen Busse bieten eine Kapazität von 72 Sitzplätzen in einer klassischen 2+2-Konfiguration. Ein wesentliches technisches Merkmal dieser Fahrzeuge ist die umfangreiche Ausstattung der Fahrgastkabine, die auf ein höheres Komfortniveau für Reisende abzielt. Jedes Segment verfügt über verstellbare Sitze mit ergonomischen Tischen und individuellen Multimediasystemen, die den Zugriff auf Filme, Spiele und digitale Zeitungen ermöglichen. Zur technischen Grundausstattung gehören zudem Hochgeschwindigkeits-WLAN, 230V-Steckdosen sowie Ladeports für USB und USB-C an jedem Platz. Der Ausbau der Flotte erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem RegioJet seine Marktanteile gegenüber dem staatlichen Wettbewerber České dráhy auch auf der Straße weiter festigen möchte.
Im Innenbereich setzt RegioJet auf ein erweitertes Servicekonzept. Ein zentraler Bestandteil ist die Bereitstellung eines Selbstbedienungs-Kaffeeautomaten, der verschiedene Heißgetränkespezialitäten aus ganzen Bohnen anbietet. Zusätzlich steht den Fahrgästen eine Wasserzapfstelle zur kostenfreien Nutzung zur Verfügung. Laut Dita Tomešová, der Geschäftsführerin der Bussparte von RegioJet, soll der Einsatz dieser Fahrzeuge den Standard im voraussichtlich weiter boomenden tschechischen Binnenverkehr heben, ohne dass dafür die Ticketpreise angehoben werden. Die Flotte des Anbieters umfasst mittlerweile über 30 dieser Doppeldecker-Modelle, was die logistische Flexibilität zwischen nationalen und internationalen Umläufen erhöht.
Hintergrund der Flottenmodernisierung ist auch die Konsolidierung des Liniennetzes in Mitteleuropa. RegioJet hat in den vergangenen Jahren massiv in die Verknüpfung von Bahn- und Busdiensten investiert, um nahtlose Reiseketten anzubieten. Die neuen Setra-Busse sind dabei als Zubringer für die gelben Fernzüge konzipiert, bedienen aber auch eigenständige Relationen, auf denen keine direkte Schienenverbindung besteht oder die Nachfrage das Angebot übersteigt. Durch die Integration moderner Assistenzsysteme in den neuen Fahrzeugen, wie etwa Notbremsassistenten und Abbiegeassistenten, wird zudem die technische Sicherheit im dichten Überlandverkehr weiter optimiert.