Am Flughafen München ist das neu errichtete Parkhaus P8 für den Publikumsverkehr freigegeben worden. Das mehrgeschossige Gebäude stellt rund 3.700 Stellplätze bereit und befindet sich im Zentralbereich des Flughafengeländes zwischen den beiden Passagierterminals.
Der Neubau ersetzt ein Vorgängerbauwerk aus dem Eröffnungsjahr 1992, das nach dreißigjähriger Nutzungsdauer abgerissen wurde. Die Bauseite hatte im Mai 2024 begonnen, nachdem das Baufeld im Vorjahr vorbereitet worden war. Als Generalunternehmer fungierte die Bauunternehmung Max Bögl, die das Projekt planmäßig bis zum Spätsommer umsetzte.
Die Anlage verfügt über technische Systeme zur Verkehrssteuerung und Zufahrtskontrolle. Dazu gehört eine automatisierte Kennzeichenerkennung, die vorausgebuchten Fahrzeugen eine kontaktlose Ein- und Ausfahrt ohne Ticketentnahme ermöglicht. Zur Grundausstattung gehören zudem 50 Ladepunkte für Elektrofahrzeuge sowie ein beleuchtungstechnisches Steuerungssystem zur Verringerung des Eigenstrombedarfs. Für Online-Buchungen bis zum Jahresende gewährt der Flughafenbetreiber rabattierte Tarife auf der gebäudeeigenen Parkfläche sowie auf angrenzenden Arealen.
Aus betriebswirtschaftlicher Sicht stellt das Parkraummanagement für die Flughafen München GmbH (FMG) eine der ertragreichsten Einnahmequellen im Nicht-Flug-Bereich dar. Das vergrößerte Stellplatzangebot soll Engpässen in den Spitzenreisezeiten entgegenwirken und die Erlöse pro Passagier sichern. Die Integration digitaler Buchungs- und Bezahlsysteme dient dabei der Effizienzsteigerung bei den internen Abwicklungs- und Verwaltungsprozessen.
Kritische Branchenbeobachter merken jedoch an, dass die Ausweitung der Parkkapazitäten in direkter Konkurrenz zu den Zielen des öffentlichen Personennahverkehrs steht. Trotz der Schienenanbindung durch die S-Bahn verharren viele Fluggäste und Pendler bei der individuellen Anreise mit dem Kraftfahrzeug. Die hohe Dichte an parknahen Stellplätzen am Terminal stärkt zwar das Einnahmepotenzial der Flughafenbetreibergesellschaft, erhöht jedoch gleichzeitig das Verkehrsaufkommen auf den Zufahrtsstraßen rund um das Flughafengelände im Erdinger Moos.