Die finnische Fluggesellschaft Finnair hat ihren Vertrag über das Chartern von Flugzeugen inklusive Besatzung mit der dänischen Chartergesellschaft Jettime bis Oktober 2027 verlängert. Die Kooperation besteht seit dem Sommer 2025, wobei Jettime europäische Strecken im Streckennetz der finnischen Fluggesellschaft bedient.
Im Rahmen der Vereinbarung stellt der dänische Partner je nach betrieblichem Bedarf bis zu vier Maschinen vom Typ Boeing 737-800 bereit. Die Einsätze erfolgen mit Cockpit- und Kabinenpersonal von Jettime, während der Service am Bord dem Standard von Finnair angepasst wird.
Die Verlängerung der Zusammenarbeit dient der Abdeckung von Kapazitätsengpässen, bis eigene neue Flugzeuge einsatzbereit sind. Für das Jahr 2027 erwartet Finnair die Auslieferung von sechs Flugzeugen des Typs Airbus A320. Diese Neuzugänge sollen schrittweise ältere Maschinen in der eigenen Flotte ersetzen und den Umfang der angemieteten Wet-Lease-Kapazitäten reduzieren. Neben Jettime greift Finnair auf europäischen Routen auch auf die Kapazitäten der Tochtergesellschaft Norra sowie auf punktuelle Einsätze der spanischen Partnergesellschaft Iberia zurück, um Spitzen in der Nachfrage abzufangen.
Der Rückgriff auf Fremdkapazitäten ist eine gängige Praxis europäischer Luftfahrtunternehmen, um saisonale Nachfrageschwankungen auszugleichen und Verzögerungen bei Flugzeugauslieferungen zu überbrücken. Die finnische Fluggesellschaft sah sich in den vergangenen Jahren zu einer Neuausrichtung ihres Streckennetzes gezwungen, da die Schließung des russischen Luftraums die lukrativen Überflüge auf den Asien-Routen erheblich verteuerte und verlängerte. Vor diesem Hintergrund dient der flexible Einsatz von Partnergesellschaften auf den Zubringerstrecken innerhalb Europas der Risikominimierung im laufenden Flugbetrieb.
Branchenbeobachter verweisen jedoch darauf, dass der Einsatz unterschiedlicher Flugzeugtypen und externer Besatzungen organisatorische Hürden birgt. Während Finnair auf europäischen Kurz- und Mittelstrecken vorwiegend Flugzeuge der Airbus-A320-Familie betreibt, setzt Jettime Maschinen der Boeing-737-Baureihe ein. Diese Flottenmischung erschwert die flexible Disposition von Wartung und Bodenabfertigung an den Drehkreuzen. Zudem erfordert die Einhaltung eines einheitlichen Qualitätsstandards beim Bordservice eine kontinuierliche Schulung des externen Kabinenpersonals.