Der Finanzdienstleister Wise hat im Februar 2026 eine umfassende Analyse zur Kaufkraft des Euro in den 50 beliebtesten Reisezielen außerhalb der Eurozone veröffentlicht. Die Ergebnisse zeigen deutliche Verschiebungen bei den Wechselkursen, die das Reisebudget deutscher Urlauber massiv beeinflussen.
Spitzenreiter bei der Wertsteigerung ist die Türkei: Hier ist der Euro im Vergleich zum Vorjahr um 26,8 Prozent mehr wert. Auch im asiatischen Raum profitieren Reisende von einer starken europäischen Währung; insbesondere in Vietnam und Indien stieg die Kaufkraft um über 15 Prozent, während Südkorea und Japan Zuwächse zwischen 12 und 13 Prozent verzeichnen.
Überraschend stark präsentiert sich der Euro im Vergleich zum US-Dollar. In den Vereinigten Staaten, die jährlich von über fünf Millionen Deutschen besucht werden, kletterte der Wert der Gemeinschaftswährung um 10,7 Prozent. Diese Entwicklung setzt sich in Kanada mit einem Plus von 7,6 Prozent fort. Finanzexperten führen diese Dynamik auf die unterschiedlichen Zinspolitiken der Zentralbanken sowie auf wirtschaftliche Anpassungsprozesse in den jeweiligen Schwellenländern zurück. Für deutsche Touristen bedeutet dies, dass Fernreisen in den Dollar-Raum sowie nach Nahost – etwa Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate – preislich attraktiver geworden sind als im Vorjahreszeitraum.
Gegensätzlich verhält sich die Situation im europäischen Ausland. In Schweden hat der Euro am stärksten an Boden verloren; die Kaufkraft sank hier um rund 7,5 Prozent auf einen Kurs von 10,56 schwedischen Kronen. Auch in Ungarn, Mexiko und Tschechien müssen deutsche Urlauber mit einem Wertverlust zwischen drei und sieben Prozent kalkulieren. Die Schweiz bleibt mit einem Minus von etwa 1,5 Prozent ebenfalls ein teureres Pflaster für Euro-Besitzer. Analysten raten dazu, Währungsschwankungen bereits bei der Buchung einzukalkulieren und die Nutzung von Multi-Währungskonten zu prüfen, um von günstigen Zeitpunkten beim Geldwechsel zu profitieren.
Um unnötige Kosten vor Ort zu vermeiden, empfehlen Experten, Zahlungen stets in der lokalen Währung abzuwickeln und die oft teure dynamische Währungsumrechnung an Geldautomaten abzulehnen. Zudem sollten Reisende Gebühren für Auslandseinsätze ihrer Hausbanken prüfen, da diese die Wechselkursvorteile oft durch hohe Transaktionskosten zunichtemachen. Die Untersuchung von Wise basiert auf den beliebtesten Flugzielen des Vorjahres und schließt Länder mit aktuellen Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes konsequent aus, um eine realistische Planungsgrundlage für die Sommersaison 2026 zu bieten.