Die maltesische Nationalfluggesellschaft KM Malta Airlines bemüht sich derzeit um zusätzliche Start- und Landerechte an den Flughäfen Brüssel und London-Gatwick. Hintergrund ist ein massiver Anstieg der Buchungszahlen durch im Ausland lebende maltesische Staatsbürger, die für die Parlamentswahl am 30. Mai 2026 in ihre Heimat zurückkehren möchten.
Um der Nachfrage gerecht zu werden, hat die Fluggesellschaft bereits Sonderflüge für den Zeitraum Ende Mai und Anfang Juni angekündigt. Allein am ersten Tag nach Freischaltung der vergünstigten Tarife verzeichnete das Unternehmen 763 Buchungen von Wählern, die das Angebot eines Hin- und Rückflugs zum Festpreis von 90 Euro in Anspruch nahmen.
Trotz der bereits erfolgten Aufstockung der Sitzplatzkapazitäten berichten zahlreiche Wahlberechtigte von erheblichen Schwierigkeiten bei der Ticketreservierung. Insbesondere die Verbindungen rund um das Wochenende der vorzeitigen Stimmabgabe gelten als nahezu ausgebucht. Die politische Opposition, angeführt von der Nationalistischen Partei (PN), hat die Behörden dazu aufgefordert, die Reisekapazitäten weiter zu erhöhen, um eine Benachteiligung der Auslandsmalteser zu verhindern. In diesem Zusammenhang steht auch der Vorschlag im Raum, ähnliche Abkommen über subventionierte Wahltarife auf andere Fluggesellschaften auszuweiten, falls KM Malta Airlines den Bedarf nicht allein decken kann.
Die vergünstigten Flugscheine sind ausschließlich für registrierte Wähler zugänglich, deren Namen auf der offiziellen Liste der Wahlkommission stehen. Der zulässige Reisezeitraum für diese Sonderkonditionen wurde auf den Zeitraum vom 20. Mai bis zum 3. Juni festgelegt. KM Malta Airlines setzt auf diesen Strecken vorwiegend ihre Flotte von Airbus A320neo ein. Aufgrund der logistischen Komplexität und der begrenzten Slot-Verfügbarkeit an den großen europäischen Drehkreuzen laufen derzeit intensive Verhandlungen mit den zuständigen Flughafenbetreibern und Luftfahrtbehörden, um kurzfristig weitere Flugbewegungen genehmigt zu bekommen.
Die Situation unterstreicht die logistische Herausforderung, die das maltesische Wahlsystem für Bürger im Ausland darstellt, da Malta keine Briefwahl zulässt und die persönliche Stimmabgabe vor Ort zwingend erforderlich ist. In der Vergangenheit wurden ähnliche Programme von der Vorgängergesellschaft Air Malta durchgeführt, doch das aktuelle Volumen scheint die bisherigen Planungen zu übertreffen. Während die Fluggesellschaft an einer technischen Lösung für die überlasteten Buchungssysteme arbeitet, bleibt die Kapazitätsfrage das zentrale Thema im Vorfeld des Urnengangs, um die demokratische Teilhabe der Diaspora sicherzustellen.