Der Flughafen Köln/Bonn hat das Jahr 2025 mit einer leichten Steigerung im Passagierverkehr abgeschlossen und zum zweiten Mal in Folge die Zehn-Millionen-Marke überschritten. Insgesamt nutzten 10,1 Millionen Fluggäste den rheinischen Airport, was ein moderates Wachstum gegenüber den 10,0 Millionen Reisenden aus dem Vorjahr darstellt. Besonders die Nachfrage nach touristischen Zielen in der Türkei und Spanien sowie Besuche bei Angehörigen im Ausland stützten das Ergebnis. Als wichtigste Destinationen erwiesen sich Antalya, Palma de Mallorca, Istanbul und London. Flughafenchef Thilo Schmid wertet das Erreichen dieser Marke als Beleg für das ungebrochene Mobilitätsbedürfnis der Region, wenngleich das Vorkrisenniveau von 2019 noch um rund zwei Millionen Passagiere unterschritten wird.
Trotz der stabilen Zahlen sieht sich der Standort mit signifikanten Wachstumsbarrieren konfrontiert. Nach Angaben der Geschäftsführung dämpfen vor allem die hohen staatlichen Standortkosten in Deutschland, wie die Luftverkehrsteuer und gestiegene Luftsicherheitsgebühren, eine dynamischere Entwicklung. Diese Kostenstrukturen führten dazu, dass Fluggesellschaften Kapazitäten vermehrt an wettbewerbsfähigere europäische Standorte verlagerten. Ein weiterer dämpfender Faktor ist der anhaltende Rückgang im innerdeutschen Flugverkehr, der 2025 erneut deutlich nachgab. Zusätzliche Branchenanalysen zeigen, dass Köln/Bonn hierbei besonders unter der Verlagerung von Kurzstrecken auf die Schiene sowie den reduzierten Frequenzen der Netzwerk-Carrier leidet.
Im Bereich der Luftfracht konnte der Flughafen seine Position als eines der bedeutendsten Logistikdrehkreuze in Europa behaupten. Mit einem Umschlag von 840.000 Tonnen blieb das Volumen im Vergleich zum Vorjahr exakt stabil. Dieses Ergebnis wird angesichts der weltweit schwächelnden Konjunktur und geopolitischer Spannungen als Erfolg gewertet. Köln/Bonn profitiert dabei von seiner Funktion als zentraler Hub für große Express-Fracht-Dienstleister wie UPS, FedEx und DHL, die den Flughafen rund um die Uhr als Sortierzentrum nutzen. Die stabile Frachtrate sichert dem Flughafen eine wichtige wirtschaftliche Säule und macht ihn zu einem unverzichtbaren Partner für die exportorientierte Industrie in Nordrhein-Westfalen.
Für das laufende Jahr 2026 prognostiziert der Flughafen eine Fortsetzung des positiven Trends im Passagierbereich und strebt eine weitere Steigerung der Fluggastzahlen an. Im Frachtsegment liegt der Fokus auf der Konsolidierung des aktuellen Niveaus. Um die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten, fordert das Management jedoch eine Entlastung bei den staatlich regulierten Gebühren. Branchenbeobachter erwarten für 2026 zudem eine weitere Ausdifferenzierung des Flugplans durch Low-Cost-Anbieter, die verstärkt Nischenziele ansteuern, um den Wegfall innerdeutscher Verbindungen zu kompensieren und neue Passagiersegmente im rheinischen Einzugsgebiet zu erschließen.