Kommentar: BER – droht ein erneutes Chaos wie im vergangenen Jahr?

Flughafen Berlin-Brandenburg Terminal 2 (Foto: Anikka Bauer/Flughafen Berlin Brandenburg GmbH).
Flughafen Berlin-Brandenburg Terminal 2 (Foto: Anikka Bauer/Flughafen Berlin Brandenburg GmbH).

Kommentar: BER – droht ein erneutes Chaos wie im vergangenen Jahr?

Flughafen Berlin-Brandenburg Terminal 2 (Foto: Anikka Bauer/Flughafen Berlin Brandenburg GmbH).
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Lange Wartezeiten, verpasste Flüge, schimpfende Fluggäste – wo bleibt der Lerneffekt am Hauptstadtflughafen?

Es ist Donnerstagabend, ein ganz normaler Maiabend, es sind keine Ferien in Berlin, nichts spezielles, als mein Telefon aufleuchtet. „Du glaubst es nicht, ich stehe schonwieder Ewigkeiten an der Sicherheitskontrolle und die machen hier noch Kontrollstellen zu“. Das „Ende vom Lied“ folgte keine 20 Minuten später, „das Boarding ist beendet, ich komme nicht mit“.

14 Stunden später, Freitagvormittag, 9 Uhr, ein ganz normaler Freitag im Mai. Das Terminal ist brechend voll, die Check-In-Schalter ebenfalls, doch viel mehr stellt sich mir die Frage, wofür die ganzen Menschen quer durch das Terminal 1 anstehen.

Ein kurzer Blick um die Ecke, Schockstarre. Es sind die anstehende Mitreisenden, Passagiere die vor der Bordkartenkontrolle noch vor der Sicherheitskontrolle 4 anstehen. Es herrscht ein nahtloser Übergang zur „Priority“ Kontrollstelle 3. Ein kurzer Blick auf die Monitore verrät, alle Kontrollstellen sind maximal ausgelastet.

Ich schaue auf der Homepage des Flughafens BER – dort macht man es sich einfach. Die Wartezeit wird nur in 3 Kategorien angegeben:

  1. ca. <10 Minuten
  2. ca. 10-20 Minuten
  3. ca. > 20 Minuten

Alle Kontrollstellen liegen natürlich bei >20 Minuten. Ich habe einen Koffer dabei und muss mich eigentlich noch an den Check-In anstellen. Für einen kurzen Moment denke ich darüber nach zurück ins Parkhaus zu laufen und ohne Koffer zu fliegen.

Doch die Schockstarre hält an, WAS IST HIER LOS??? – NOCHMAL zur Erinnerung: Es ist ein ganz normaler Freitagvormittag IM MAI, kein Feiertag, kein Brückentag, keine Ferien – nichts. Mir fallen sofort die Schlagzeilen, des vergangenen Jahres wieder ein.

Frust kommt auf: Hat man wirklich nichts oder nur so wenig daraus gelernt? Wiederholt sich das Ganze aus dem Vorjahr etwa erneut?  Wenige Tage vorher wurde der Verlust des „BER“ der Öffentlichkeit mitgeteilt, Wochen und Monate zuvor erfolgte bereits der Hilferuf nach schwindelerregenden Höhen von weiterem öffentlichem Geld.

WO sind die Mitarbeiter die Passagiere umverteilen, weiterleiten? Ins Terminal 2? Um die Szenen des Vorjahres nicht erneut aufkommen zu lassen?! Eine hallende Ansage vom Band bringt rein gar nichts! Die Fluggäste aus aller Herren Länder brauchen Ansprechpartner, aus Fleisch und Blut. Es sind noch ziemlich genau 8 Wochen bis zu den Sommerferien, 8 Woche die man bei den Flughafenbetreibern JETZT nutzen MUSS um ein erneutes Chaos MIT ANSAGE zu verhindern!

Der Sommer hat noch nicht einmal begonnen und trotzdem sollten die kommenden Wochen in den Chefetagen des „BER“ heiß werden, das Credo sollte unter allen Umständen lauten „all hands on Deck“, dieser Freitag war bereits ein Vorgeschmack. Wartezeiten an der Sicherheitskontrolle sind normal, die allgemeinen Probleme nach der Pandemie ausreichend Mitarbeiter zu finden, nachdem viele Menschen die Luftfahrt verlassen haben, ebenfalls, aber wenn ein Gefühl aufkommt, der Dinge einfach freien Lauf zu lassen, läuft etwas gehörig verkehrt.  Oder wie in einem legendären deutschen Lied so schön heißt „ich glaub es geht schon wieder los“…

Transparent am Flughafen Berlin-Brandenburg (Foto: Steffen Lorenz).

3 Comments

  • Sven Janca-Stahl , 6. Mai 2022 @ 11:52

    Tut mir leid, ich kann Ihre Erfahrung überhaupt nicht teilen. Ganz im Gegenteil, auch wenn ich monatlich nur 1-2 mal fliege. Der Check-In läuft bei AirFrance, Iberia und Easyjet super. Der Self Check-In verkürzt es und selbst in Stoßzeiten habe ich nur max.20 gewartet – auch bei geschlossener Kontrolle4. Wer sagt, es wäre woanders besser, lügt..
    Weder war es in Tegel besser, noch ist dies in Frankfurt oder München deutlich angenehmer.
    Ich kann mich daher nicht dem Eindruck erwehren, dass man mutwillig den Flughafen schlecht machen möchte.
    Ich kann daher nur lachen, denn ich bin als sowohl als Anwohner und Fluggast sehr zufrieden.
    Vielleicht kommen sie einfach eher zum Flughafen und verzichten auf innerdeutsche Flüge nach Muc,Fra, Dus oder Str.

  • Hotshot , 6. Mai 2022 @ 14:24

    Tatsache ist und bleibt, dass die verantwortlichen Manager nur selbst auferlegte und mächtig vergütete Sparvorgaben erfüllen, um die angebotenen Hungerlöhne bei Security und Ground Services kein vernünftiger Mensch arbeiten gehen würde und die, die es doch tun permanent nur Anfeindungen und Bedrohungen durch die “Kunden” ausgesetzt sind, und wenn das Ganze dann im Chaos endet, treten die Manager zurück und heuern beim nächsten staatsnahen Dienstleister an und werden NIE für ihre Misswirtschaft mit angemessenen Haftstrafen zur Verantwortung gezogen. Das ganze System ist nur mehr krank.
    Und warum? Weil die ganze verblödete Branche es zulässt, sich von Herrn O´Leary vorführen zu lassen. Und anstatt MOL die rote Karte zu zeigen, und die Fluggäste endlich aufhören bei diesem Cerberus Tickets zu kaufen, kauft er immer mehr Flugzeuge und findet immer mehr Leute, die für ihn arbeiten wollen. Und kurz nach Aufnahme der Tätigkeit jammern sie dann in allen Medien über die schrecklichen Arbeitsverhältnisse.

  • Albatros M. , 7. Mai 2022 @ 01:04

    Lieber Herr Janca-Stahl,

    den BER mit München zu vergleichen zeugt von Phantasie, das muss man Ihnen lassen.

    Zu leugnen, dass der BER weit entfernt davon ist, reibungslos zu funktionieren, würde Sie sogar schon für eine Position in der Geschäftsleitung qualifizieren, respekt!

    Es fehlt an Platz, Personal und Redundanz, was neben der alltäglichen Darbietung, wie sie der Autor schildert, auch von Gutachten bestätigt wird. Kurzfristige Behelfslösungen wie z.B. das herankarren von Abfertigungspersonal aus Finnland werden nicht dauerhaft funktionieren und leider wird das jetzt spätestens im Sommer deutlich. Ich bin froh, dass ich zu meinem Arbeitgeber in Frankfurt auch gut mit der Bahn fahren kann und den BER nicht nötig habe.

    Liebe Grüße.

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Steffen Lorenz war einige Jahrzehnte lang Flugbegleiter bei verschiedenen Airlines und verstärkt die Aviation.Direct-Redaktion seit Oktober 2021 in den Bereichen Produkttests und Tripreports.

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  • Sven Janca-Stahl , 6. Mai 2022 @ 11:52

    Tut mir leid, ich kann Ihre Erfahrung überhaupt nicht teilen. Ganz im Gegenteil, auch wenn ich monatlich nur 1-2 mal fliege. Der Check-In läuft bei AirFrance, Iberia und Easyjet super. Der Self Check-In verkürzt es und selbst in Stoßzeiten habe ich nur max.20 gewartet – auch bei geschlossener Kontrolle4. Wer sagt, es wäre woanders besser, lügt..
    Weder war es in Tegel besser, noch ist dies in Frankfurt oder München deutlich angenehmer.
    Ich kann mich daher nicht dem Eindruck erwehren, dass man mutwillig den Flughafen schlecht machen möchte.
    Ich kann daher nur lachen, denn ich bin als sowohl als Anwohner und Fluggast sehr zufrieden.
    Vielleicht kommen sie einfach eher zum Flughafen und verzichten auf innerdeutsche Flüge nach Muc,Fra, Dus oder Str.

  • Hotshot , 6. Mai 2022 @ 14:24

    Tatsache ist und bleibt, dass die verantwortlichen Manager nur selbst auferlegte und mächtig vergütete Sparvorgaben erfüllen, um die angebotenen Hungerlöhne bei Security und Ground Services kein vernünftiger Mensch arbeiten gehen würde und die, die es doch tun permanent nur Anfeindungen und Bedrohungen durch die “Kunden” ausgesetzt sind, und wenn das Ganze dann im Chaos endet, treten die Manager zurück und heuern beim nächsten staatsnahen Dienstleister an und werden NIE für ihre Misswirtschaft mit angemessenen Haftstrafen zur Verantwortung gezogen. Das ganze System ist nur mehr krank.
    Und warum? Weil die ganze verblödete Branche es zulässt, sich von Herrn O´Leary vorführen zu lassen. Und anstatt MOL die rote Karte zu zeigen, und die Fluggäste endlich aufhören bei diesem Cerberus Tickets zu kaufen, kauft er immer mehr Flugzeuge und findet immer mehr Leute, die für ihn arbeiten wollen. Und kurz nach Aufnahme der Tätigkeit jammern sie dann in allen Medien über die schrecklichen Arbeitsverhältnisse.

  • Albatros M. , 7. Mai 2022 @ 01:04

    Lieber Herr Janca-Stahl,

    den BER mit München zu vergleichen zeugt von Phantasie, das muss man Ihnen lassen.

    Zu leugnen, dass der BER weit entfernt davon ist, reibungslos zu funktionieren, würde Sie sogar schon für eine Position in der Geschäftsleitung qualifizieren, respekt!

    Es fehlt an Platz, Personal und Redundanz, was neben der alltäglichen Darbietung, wie sie der Autor schildert, auch von Gutachten bestätigt wird. Kurzfristige Behelfslösungen wie z.B. das herankarren von Abfertigungspersonal aus Finnland werden nicht dauerhaft funktionieren und leider wird das jetzt spätestens im Sommer deutlich. Ich bin froh, dass ich zu meinem Arbeitgeber in Frankfurt auch gut mit der Bahn fahren kann und den BER nicht nötig habe.

    Liebe Grüße.

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