Kommentar: Eifersucht wegen Impfterminen am Flughafen Wien

WHO-Impfpass mit Covid-Impfung (Foto: David Bohmann / PID).
WHO-Impfpass mit Covid-Impfung (Foto: David Bohmann / PID).

Kommentar: Eifersucht wegen Impfterminen am Flughafen Wien

WHO-Impfpass mit Covid-Impfung (Foto: David Bohmann / PID).
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Unter am Flughafen Wien beschäftigten Airline- und Bodenmitarbeitern herrscht seit einigen Wochen eine durchaus hinterfragende Stimmung, denn einige fühlen sich in Sachen Impfungen benachteiligt. Der Grund dafür ist, dass das Land Niederösterreich für Austrian Airlines eigene betriebliche Impfungen zulässt, jedoch andere am Airport tätige Fluggesellschaften und Dienstleister sollen nur “über den Flughafen” teilnehmen können.

Die Oberverantwortung über die betrieblichen Impfungen tragen weder die AUA, noch der Flughafen Wien, sondern das Land Niederösterreich. Deren Gesundheitsamt entscheidet darüber, ob ein Betrieb in den Genuss einer eigenen Impfstraße kommt oder nicht. In der momentanen Phase des nationalen Impfplans haben Mitarbeiter von Verkehrsbetrieben, die direkten Kundenkontakt haben, Zugang zu den Vakzinen. 

Der Umgang mit dem Thema Impfungen ist bei den am Airport Wien tätigen Betrieben äußerst unterschiedlich. Während beispielsweise die Flughafen Wien AG und viele andere Dienstleister ihren Mitarbeitern interne Servicestellen anbieten, sollen sich einzelne andere Firmen nicht darum scheren wie ihre Beschäftigten zu ihren Impfungen kommen und verweisen auf Nachfrage auf die Impfzentren der Länder Wien und Niederösterreich. 

Letztlich führt die unterschiedliche Herangehensweise insofern zu Unmut, denn viele haben den Eindruck, dass der Zeitpunkt der Impfung vom Arbeitgeber und dessen Einsatz für die Beschäftigten abhängig ist.

Für Unverständnis sorgt aber die Entscheidung des Landes Niederösterreich, dass Austrian Airlines eigene betriebliche Impfungen einrichten durfte, während den Mitbewerbern Wizz Air und Lauda Europe erklärt wurde, dass diese ihre Mitarbeiter “nur über den Flughafen” impfen lassen können. In der Tat: Zum Beispiel Lauda Europe musste die Impfwilligen bei der betrieblichen Impfstraße des Flughafens Wien anmelden und informierte darüber auch die Belegschaft.

Die Vorgehensweise des Landes Niederösterreich führt dazu, dass angeblich das fliegende AUA-Personal schneller durchgeimpft wird als jenes der anderen ab Wien tätigen Airlines. Dies führt besonders unter Piloten und Flugbegleitern zu Unmut, denn sind nun AUA-Mitarbeiter wichtiger als beispielsweise jene von Wizz Air? Auch wenn Wizz Air und Lauda Europe ausländische Airlines sind, werden die Sozialversicherungsabgaben in Österreich entrichtet.

Letztlich dürfte die gesamte Situation auch noch von einem menschlichen Aspekt getragen sein: Eifersucht, denn einige Tage nach der ersten Impfung erhält man in Österreich im Rahmen der 3G-Regeln weitgehende Freiheiten und muss sich nicht mehr vor Restaurant- oder Friseurbesuchen testen lassen. Ob es nun ein Mitarbeiter einer anderen am Airport tätigen Firma ist oder aber Nachbar, es dürfte immer jene Person, die noch nicht dran war, wurmen.

Anzunehmen ist, dass sich diese “hinterfragenden Gedanken” vieler am Airport Wien beschäftigter Personen, die ihre Impfungen noch nicht erhalten haben, in den nächsten Wochen schlichtweg in Luft auflösen werden, denn Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut und Tag für Tag kommen weitere Beschäftigte dran.

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Jan Gruber ist Leitender Redakteur von Aviation.Direct. Zuvor war er seit 2012 in selbiger Funktion bei AviationNetOnline (vormals Austrian Aviation Net) tätig. Er ist auf Lowcost-Carrier, Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region und tiefgehende Recherchen spezialisiert.

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